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Auf Seiten der germanischen Anpflanzung, der demokrati-schen, war von allem diesem ganz das Gegentheil geschehen. Spa-Anpflanzung,nien entdeckte die neue Welt, aber die Germanen haben sie be-fruchtet. Alles drängte unter diesen nicht auf die territoriale Machtdes Staats, sondern auf den Wohlstand, die Thätigkeit, die Bil-dung der Staatsgliedcr. Der Staat als solcher that für die An-pflanzung Nordamerika's wenig. Die Colonisten nahmen vonwenigen Landstrccken Besitz durch ihren Anbau. ES war nicht, wieaus Spanien, der niedere Adel, der zu Proletariern und Sklavennnswanderte, sondern der Mittelstand aus Land und Stadt, andem die romanischen Staaten überall Mangel hatten. Und nebendem Engländer ließen sich die Einwanderer aller Welt frei nieder.
Der größte Gewinn war dem Fleißigsten. Der Genuß ward in derArbeit gesucht. Klima und Boden, der verlassenen Heimat ähn-lich, schärften dicAnstrengung statt sie abzustumpfen. Die nordischeGewöhnung, die protestantische Geistesfrische, die germanischeEmsigkeit, Alles begünstigte jene große Gewerbthätigkeit zu Hausund in den Colonien, aus der sich ein Wohlstand und eine poli-tische Bedeutung des Bürgerthuins entwickelte, von dem die Ge-schichte früher kein Beispiel sah. Dies war in größerem Maaßezuerst in dem Freiheitskampfe der Niederländer zu Tage gekommen.
Sobald das kleine Volk unabhängig, der Baum (wie MoritzensWahlspruch lautete) zum Setzling ward, machte es in wenigerZeit seine Hauptstadt an Antwerpens Stelle zum Mittelpunkt desWelthandels und sammelte durch seine Frachtfahrt unermeßliche-Reichthümer. Es nährte im ungleichsten Kampfe den Krieg mitdem Kriege. Es verband zuerst durch die Thätigkeit seiner Han-delsgesellschaften die Welttheile in einem steten Verkehre mit ein-ander. Es gebot bald über die größte Seemacht, stürzte den Staat,der die Minen von Peru ausschöpfte, in Bankrut und erschütterteseine ungeheueren Colonien in Osten und Westen. Wie dann