139
dem Festlande gebrauchte, ihr Finnland überließ und, so viel anihm war, auch die Donaufürstenthümer dahingab, ihr zu GefallenPolen »»hergestellt ließ und den Rath Talleyrands verschmähte,ihr durch Vergrößerung Oesterreichs an derDonau ein gleichstarkesGegengewicht zu geben, nährte er die Anmaßung, mehrte er denEinfluß, vergrößerte er den Anwachs dieses übermächtigen Staa-tes, und steigerte Alles zusammen noch unermeßlich, als das Ge-gengewicht seines eigenen Reiches zu Boden fiel. Ein stets gleichesGlück hatte, wie in diesem letzten, so in jedem früheren großen Zeit-räume der russischen Geschichte dieß Reich getragen. Begründet vonPeter dem Großen zu der Zeit, wo Frankreichs Macht am höchstenstand, aber gleich darauf tiefhcrabsank, Wuchses schleunig zu riesigerGröße au unter Katharina II. in dem ersten polnische Raube unddem ersten türkischen Kriege, als England gerade in Ostindienseine Vergrößerungen begann, aber gleich darauf durch den Kriegbeschäftigt war, der ihm Amerika kostete; es steigerte seine Machtdurch die letzten Theilungen Polens, als Frankreichs republikani-sche Waffen überall siegreich waren, aber gleich darauf zuerst anden russischen einen gewachsenen Gegner zu finden schienen; eStrieb seine Macht endlich auf die Spitze unter Napoleons Gunst,als dessen großes Reich ihm noch die Wage halten konnte, dasaber gleich darauf zerfiel, und dieß zwar wesentlich mit RußlandsWiderstand und Bemühung. In allen vier Zeiträumen lagen diebeiden Mächte, die vereinigt diesem ungeheueren Anwachse alleinhätten Stillstand gebieten können, England und Frankreich, jedes-mal in den »erbittertsten Kämpfen. Frankreichs starke und schwacheKönige, seine republikanischen Jakobiner und sein absolutistischerKaiser haben gleichsam gcwetteifert, dem nahen nationalen Feindewiderstehend dem entfernteren europäischen Feinde in die Hände zuarbeiten.