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lichen Geistes und gewinnen der Erschlaffung jahrelang fortwäh-rende Vortheile ab, um sie an Einen Tag der Bewegung plötzlichwieder zu verlieren. Der Gegensatz des Ostens und des Westens,der volksfeindlichen und freien Staatsgrundsätze, ist in diesen ste-ten Reibungen zu einer seltsamen Klarheit und Bewußtheit gedie-hen, und dieß scheint allerdings eine bevorstehende große Ent-scheidung zu verkünden. Napoleon hatte es scharfsichtig voraus-gesagt, daß durch die Rückführung der Bourbons und die freiheit-feindliche Haltung der Mächte die Sache der Könige und Völkerneu in Frage gestellt sein, daß es nur eines Funkens bedürfe,um den allgemeinen Brand wiederzubringen; und er hat den Ge-genstand und die Bedeutung des Kampfes in zwei Worte desgrellen Gegensatzes gebracht, die in Aller Munde umgehen. Beidieser bewußten Erwägung der Frage aber scheint die Stabilitätselbst ihre Sache verloren zu geben. Dieß spricht sich nicht alleinthatsächlich in jener vertheidigenden Haltung auö, sondern auchdie Wortführer der Erhaltungspolitik selbst, die Anstifter derKämpfe, haben schon 1827 aus der Seele der Geschichte herausbekannt, daß sie nicht hofften, bei aller Majestät und Stärke ihrerHäupter und trotz aller einzelnen Siege, den Zeitgeist zu über-winden, weil keine Kunst und Gewalt dem Weltrade in die Spei-chen zu fallen vermöge. Die berühmten Minister dieser Sache führ-ten ihre Kämpfe eingestandenermaaßen nur für ihre Lebenssrist.Dieser Widerstand ist an zufällige Personen und gebrechliche Lebengeknüpft, an einen Bund höchstens von Staaten, die durch einewiges Widerspiel ihrer Interessen innerlich getrennt sind. Aufder anderen Seite steht die zähe und ununterbrochene Lebensdauerder Völker und der fortschreitende Geist der Geschichte, der dieVölker ohne Bündnisse vereinigt, auf ein einziges Ziel zu wirken;dessen Werkzeug die gewaltigen Triebe ungeheuerer Massen sind,