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die nicht zu eilen haben, denen der Augenblick oft gefährlich war,die Zeit immer ein sicherer Bundesgenosse sein wird.
Daß die Bewegungen dieses Jahrhunderts von dem Instinkteder großen Massen getragen werden, daß ihr Ziel ein gemeinsa-mes und gleichartiges ist, daß sie in einem ganz gesetzmäßigenVerlaufe vor sich gehen, dieß sind die drei Eigenschaften, die ihreäußere und innere Stärke ausmachen, ihre Naturgemäßheit be-weisen und ihre Unwiderstehlichkeit verbürgen.
Die Bewegungen der Zeit sind von dem Instinkte der Massen Stärk« d«rgetragen. Denn es gehört zu dem wesentlich Charakteristischen2h« mstmk-unserer Zeitgeschichte, daß der große Einfluß Einzelner, Regentenoder Privaten, in ihr kaum zum Vorscheine kommt. Seit Napo-leon ist kein wahrhaft vorragender Geist aufgetreten, der die Auf-merksamkeit der Mitlebenden vorzugsweise auf sich hätte lenkenkönnen, kein wahrhaft großer Charakter, der die Geschicke einesVolkes in seine Hände genommen hätte oder der Vertreter einerganzen Zeitbestrebung geworden wäre. Die Geschichte hat voneinigen Feldherrn zu erzählen, die gewisse EigenthümlichkeitenBonaparte's angenommen hatten, aber das Unnachahmliche inihm ist unuachgeahmt geblieben. Die großen Staatsmänner dernächsten Vergangenheit sind selbst in England und Amerika aus-gestorben, und der Nachtricb ist von bedeutend geringerem Wüchse.
In Literatur und Wissenschaft haben einige große Geister in dieseZeit hcreingelebt, ihre Geburt und Bildung aber gehört der vor-hergegangenen an. Im Technischen ist die Ausbeutung und An-wendung der Dampfkraft ein eigenthümliches Verdienst dieser Zeit,der erste und Hauptanstoß dazu ist aber in der vorhergegangenenPeriode gemacht worden; die schaffenden Kräfte sind gering, un-geheuer an Zahl und Erfolg sind die, die aus dem Geschaffenenforterzeugen. Daher mangelt all der größere Zug, der durch aus-