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als einen einflußlosen, abhängigen Theil der Presse. Die ständi-schen Versammlungen, von wo aus allein ein praktisch-politischerSinn hätte gebildet werden können, wurden unterdrückt und un-tergraben, und haben auch, wo sie zum Scheine bestehen blie-ben, weil sie nur zum Scheine bestehen, Vertrauen und Wirk-samkeit verloren. Das Feld ist daher den demokratischen Grund-sätzen frei gegeben- Sie schreiten auf jedem Wege vor, auf demgewaltsamen der Revolution, wo sie in den Lehren der Socialistendie furchtbarsten Loosworte agrarischer Gesetze erhalten haben;noch wirksamer aber auf dem stillen Wege der untergrabendenGewalt der Ideen und Sitten. Die Vorstellungen werden mehrund mehr von ihnen angesteckt, die Bräuche umgestaltet, die poli-tischen Meinungen und Handlungen der Einzelnen und der Re-gierungen, selbst derer, die sich dawider sträuben, sind davon be-herrscht. Die Beweglichkeit des Besitzes, die gleiche Erbtheilung,die gemeinsame Schule, die leichten Verkehrsmittel, Alles wirktauf die Annäherung der Stände; die verschiedensten Eigenschaf-ten und Leidenschaften der Menschen vereinigen sich gleichsam, umdem untersten Stande emporzuhelfen. Die Mittelmäßigkeit derliterarischen Erzeugnisse, eine Folge des ausgedehnteren geistigenBedürfnisses, verschlecht die Talente der Schreiber und zugleich dieKlassen der Leser. Lurus und Genußsucht stacheln die Armen sichden Reichen gleich zu stellen. Die Bosheit hat den Erhaltungs-männcrn den Rath cingeblasen, dem Proletariat gegen das Bür-gerthum die Hand zu reichen, und wieder hat die Gutmüthigkeitder Menschen aus tausend Wegen gesorgt, das untere Volk zuerleichtern und zu heben: durch Sonntagsschulen und Bewahran-stalten, durch Sparkassen und Armengesetze. Die Emancipationaller Gedrückten und Leidenden ist der Ruf des Jahrhunderts, unddie Gewalt dieser Ideen ist in der Abstellung von Scrvituten undFrohnden in Europa und in der Befreiung der Sklaven Westin-