des Professors Boekh über den Staatshaushalt der Arhener,wovon eine ganz vorzügliche Uebersetzung in's Englische (Pu-blic: ot ^tlivn«) vorhanden ist, weit ausführlichere
Nachrichten über die Minen von Launen in Attika hier bei-zufügen. Inzwischen verbieten die Grenzen unserer Darstel-lung eine weitläufige Verbreitung über diesen Gegenstand undwir glauben um so mehr den Dank des Lesers zu verdienen,welcher vielleicht durch unsere Kürze veranlaßt werden möchte,das genannte ausgezeichnete Werk hierüber einzusehen.
In die dritte Periode des griechischen Bergbaues falltdie Verbindung des Königs Philipp von Macedonien mit denOlynthianern, wobei sich derselbe in den Besitz der Goldminenin Thrazien setzte, welche seit langer Zeit durch einige Aus-gewanderte von Thasus betrieben wurden. Philipp widmetediesen Minen große Aufmerksamkeit, und es gelang ihm, wiees scheint, selben ein weit höheres Ertragniß abzugewinnen.Die Hauptkosten bei fortgesetztem Betriebe schienen hauptsäch-lich von der Wasserhaltung verursacht zu werden, da manmit den Schächten in größere Tiefen eindrang; indem manbei den höchst unvollkommenen mechanischen Kenntnissen jenerZeit genöthigt war, das Wasser durch eine große MengeMenschen ausschöpfen zu lassen. Eine größere Metall-Aus-beute wurde daher durch Philipps Beharrlichkeit wohl erzielt;aber zweifelhaft ist es, ob auch das Netto-Erträgniß hierdurchvermehrt wurde.
Nach Diodor*) hatte Philipp den Ort Crcnides an denGrenzen von Thrazien erobert, erweiterte es und gab ihmden Namen Philippi (ein später durch die Schlacht vonBrutus und Cassius berühmt gewordener Ort). Die nahedemselben gelegenen und sehr schlecht betriebenen Goldminenwurden von demselben so sehr emporgebracht, daß sie jährlich1000 Talente lieferten.
Mit den aus den Bergwerken Thraziens gewonnenenSchätzen war Philipp in den Stand gesetzt, durch Bestechun-gen die vorzüglichsten Redner, unter ihnen Demades, in Athenzu gewinnen, hierdurch überwiegenden Einfluß dort zu er-
') Diodor 16. B. Cap. 8.