trag an, was wohl hauptsächlich der reißenderen Emulationzuzuschreiben ist.
In alten Zeiten, als die nothwendigen Bedürfnisse wegenihrer Wohlfcilheit in Metallgeld mit Kupfer- oder Eisenmünzegekauft werden konnten, dagegen die größten Massen edlerMetalle sich in den Schatzkammern der Fürsten befanden,eine Mittelklasse der Gesellschaft aber noch kaum vorhandenwar, fanden die Einkäufe der großen Volksmasse in Münzenvon geringeren Metallen Statt, in welchen die Löhnungenausbezahlt wurden. Bei der geringen Emulation von Gold-und Silbermünzen konnte daher auch kein namhafter Reibungs-verlust an solchen Metallen Statt finden. Die vielfacheVerwendung von Gold und Silber zu andern Zwecken, welcheam Meisten zur Consumtion derselben beiträgt, war denAlten völlig unbekannt; die hierauf bezüglichen Künste gehörengrößtentheils der neuern Zeit an und was davon dem Alter-thume bekannt war, fällt erst in die Epoche von weniger als100 Jahren vor Augüstus. Dahin gehört insbesondere dieKunst der Vergoldung, welche zwar von den Römern betriebenwurde, jedoch bei weitem weder in der Vollkommenheit, nochin der Ausdehnung, welche sie in neuern Zeiten erlangt hat.Nach Plinius sah man die ersten Vergoldungen in Rom zurZeit des Censorates des Lucius Mummius, bald nach derZerstörung Carthagos. Die Kunst, eine größere Oberflächemit Gold zu bedecken, scheint zu Plinius Zeit mehr in einerArt Plattirung, anstatt einer eigentlichen Vergoldung nachheutigem Gebrauche bestanden zu haben.
Dieser Schriftsteller bemerkt nämlich*): das Gold könneunter dem Hammer in der Art ausgedehnt werden, daß auseiner Unze 750 Blätter, jedes derselben vier Finger breit undlang, verfertiget werden. Wird dagegen erwogen, daß unsereheutigen Goldschläger die Dehnbarkeit dieses Metalls so weiterprobt haben, um mit einem Gran Gold eine Oberfläche von57 Quadrat Zollen bedecken zu können, so muß man aller-dings gestehen, daß die Vergoldungskunst zu Plinius Zeiten
') Plinius 33. V. Cap. 3.