in unruhigen Zeiten leichter verbergen; sie waren, wiewohlsie häufig selbst von souverainen Fürsten verpfändet wurden,doch schwerer zu veräußern und erschienen daher werthvollerals Erbstücke für Gründer eines Hauses als Gold und Sil-ber, geprägt oder eingeprägt. In allen Turnierbeschreibungenaus jener Zeit wird erwähnt, daß die Damen der fürstlichenund edlen Häuser dabei mit Juwelenschmuck von großemWerthe erschienen. Auch in England, wiewohl im Verhält,niste seiner Oberfläche und Bevölkerung weit reicher alsDeutschland oder Frankreich, scheint die zu Geräthschaftenverwendete Gold- und Silbermasse ebenfalls nur klein gewe-sen zu seyn, wenn gleich einige alte Schriftsteller übertriebeneBeschreibungen davon liefern. Werden jedoch diese pomp-haften Angaben nach dem Gewichte ausgedrückt, so findenwir den wahren Werth unbedeutend im Vergleiche der allge-meinen und unbestimmten Erwähnungen der Werthe.
In 8tmve's Survsv findet sich eine Rechnung des Schatz-meisters des Grafen von Leicester vom Jahre 1313. SeinAufwand mußte dem eines Monarchen nahe kommen; diejährliche Ausgabe findet sich zu 7309 Pf. St. angegeben,was an heutiger Währung beiläufig 18,000 Pf. St. betragenwürde, aber in jener Epoche wohl auf mehr als 100,000Pf. St. gegen unsere Zeit an effektivem Werthe gleich zuachten ist. Unter den Ausgabepostcn contrastirt eine, nämlichfür den Ankauf von 371 Pipen Wein, die Pipe zu 17 Schil-lingen mit jener für Silbergeräthe, welche in Anschaffung von24 Tellern, eben so vielen Bechern und Untertassen, zweiPaternostern und einer Pastetenschüffel bestand; das Ganzeim Gewichte von 1236 Unzen, die Unze zu 1 Sch. 8 P.gerechnet, daher mit den Gesammtkosten von 103 Pf. St.
Sch. Um so weniger läßt sich daher annehmen, daß derAufwand geringerer Familien an Silbergeschirr in einem Hä-hern Verhältnisse zu ihren übrigen Ausgaben gestanden habe.*)— Der bloße Name des alten Marktplatzes in London, wo-selbst die Goldstoffe verkauft wurden,**) scheint geeignet, umeine hohe Idee von dem Werthe des hiefür aufgewendeten
*) Andersen Gesch. des Handels Band 1. Jahr 1213.
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