Metalls zu erwecken; allein bei näherer Betrachtung ver-schwindet dieselbe. Dieser Goldstoff wurde aus Italien ein-geführt; nun betrug aber der ganze Einfuhrwerth für Englanddamaliger Zeit nur gegen 50,000 Pf. St. jährlich mit Ein-schluß aller Erzeugnisse des Ostens, der Weine und andererLuxusartikel, welche die wenigen Würdenträger der Kircheund der Adel consumirtcn. Daher konnte weder das Goldin diesen Stoffen, noch der ganze Stoff an und für sich vonnamhaftem Werthe seyn.
Aus einer spätern Epoche der Regierung Heinrich Vlll.,als bereits einiges Gold und Silber von dem neu entdecktenAmerika nach Europa gekommen war, finden wir in Stowcdie Aufzählung der edlen Metallmaffe, welche Cardinal Wolseygesammelt hatte. Es wird erwähnt, daß bei dessen Empfangder fremden Gesandten in Hampton-Court 208 Betten fürdie Gäste in Bereitschaft standen. In jedem Zimmer befandsich ein Waschbecken mit Kanne von Silber, einige vergoldet;in mehrern Zimmern standen außerdem zwei silberne Krügemit Wein und Bier, ein silberner Leuchter mit zwei Armen;die Schenktische in den beiden Speisesälen sind noch besonderszu erwähnen. Bei einem den Gesandten gegebenen Feste warenzwei die ganze Breite der Speisesäle einnehmende Schenk-tische bis zur Decke hinauf mit Silbergeschirr besetzt und be-leuchtet, ohne daß man nöthig gehabt hätte, für die Bedie-nung der Tafel diese aufgestellten Geschirre zu gebrauchen.Dieser Beschreibung nach scheint die Einrichtung des Cardi'-nals an Silbergeschirr derjenigen vornehmer Familien heutigerZeit weit näher gekommen zu seyn, als der allgemeinen Ar-muth jener Epoche an Besitzthum solcher Art. Inzwischenfindet sich eine ganz genaue Angabe hierüber in der ^oeäsrr»(S. 375), woselbst das Verzeichnis» der Effecten des Prälatennach der Jnvcntarisirung abgedruckt ist, welche bei derenBeschlagnahme von Heinrich Vlll. statt fand. In demselbenist das Silbergeschirr mit 9565 Unzen angegeben, deren Werthsich zu 3 Sch. 8 P. für die Unze in damaliger oder 5 Sch.in heutiger Zeit auf zunächst 2400 Pf. St. berechnet. — DasHaushaltsbuch des Herzogs von Northumberland aus der-selben Zeit enthalt eine Beschreibung seiner Einrichtung.