auf 300 Personen für ganz Paris mit Einschluß der Vor-städte beschrankt; sie bildeten eine mit besonderen Priviligienund Eigenthum an Gebäuden versehene Gilde. *) Der Sil-ber-Verbrauch in Frankreich für Kleidung, häusliche Ein-richtungen und Luxusartikel verschiedener Art war ohne Zweifelschon im Anfange des 18. Jahrhunderts sehr bedeutend. Dießläßt sich aus dem Verzeichnisse von Artikeln abnehmen, wel-ches der Ordonnanz von 1703 angehängt und worin der Theileines jeden Gefäßes oder Artikels bezeichnet ist, auf welchemder Stempel wegen des Feingehaltes gedruckt werden sollte.Die Zahl dieser Artikel beträgt über 80 und es läßt sich darauszum Theil die damalige Mode in solchen Dingen entnehmen.Unter den häuslichen Geräthschasten werden Wasserkrügc,Schüsseln, Lichtputzen, Salzfässer, Kohlbecken, Nauchpfan-nen, Wärmpfannen, Präscntirteller angeführt. Besonderszahlreich sind die auf religiöse Gebrauche des Zeitaltcls be-züglichen Artikel, wovon mehrere sehr in's Gewicht gehenmußten; als Crucifixe, Kelche, Flackons, Processionskreuze,butnn« äe elianti-6, Weihwasser- und Weihrauchkessel, Leuch-ter, Lampen, Reliquienkästen, Bilder, Oelgefäße und vieleandere Gegenstände. Auch befinden sich unter diesen ausge-zählten Artikeln viele Gegenstände, welche zur Kleidung undRüstung gehörten, als: Schnallen verschiedener Art fürKleidungsstücke und Degenkuppeln, Schwerterhefte, Stich,blätter und viele zu Harnischen und Pferdegeschirren gehörigeStücke. Man sieht hieraus, wie der Gebrauch der edlen Me-talle für andere Zwecke als Münze schon dazumal in Frankreich gestiegen war. Die Ordonnanz erstreckte sich übrigensnicht auf Artikel unter einer Unze Gewicht; daher war we-nigstens der größere Theil der Goldartikel, als Ohr- undFingerringe, Perlen an Rosenkränzen und die verschiedenen
*) Bazinghen Vol. ll. p. 37V. Aehnliche Vorschriften und Be-schränkungen für die Goldschmiede scheinen auch in London be-standen zu haben, woselbst ihre offenen Werkstätten sämmtlichnahe beisammen auf der Südseite von Cheapside sich befanden,ohnweit der Paulskirche und in Häusern, welche noch gegen-wärtig Eigenthum der Goldschmieds-Compagnie sind.