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Die Wasservertheilung.
Die Bergzüge und die Abdachung deS Bodens bestimmendie Berthellung des Wassers und den Lauf der Bäche, Flüsseund Ströme, so wie die Lage der größeren Wassersammlungen,die man Landseen nennt. Jeder Hauptstrom mit seinen Zuflüssenhat die Gestalt eines BaumeS, dessen Stamm von der Küste einesMeeres ausgeht, und sich in einzelne Zweige, die Flüsse oderNebenflüsse vertheilt, so wie diese sich weiter in kleinere Zweigevertheilen; eine Verästelung, die sich weiter und weiter mit der zu-nehmenden Erhöhung des Bodens bis zu den kleinsten Bächenan den höchsten Abhängen der Gebirge fortsetzt, und so zu sagen,in das Unendliche vervielfältigt.
Alle Zuflüsse Eines Stromes bilden, dem Sprachgebrauch-nach, sein Gebiet, und die Fälle, in denen ein solches Stromgebiet,ja auch nur ein untergeordnetes Flußgebiet mit dem andern durcheinen natürlichen Wasseclauf in Verbindung steht, sind äußerstselten. Die Kunst hat indessen solcher Verbindungen mehreregeschaffen.
Diese Verhältnisse der Stromgebiete erfordern, daß man beiBeschreibung derselben zuerst die Meere berücksichtige, denen dieHauptströme zufallen. Teutschland schickt all sein Wasser demnördlichen Theile des Atlantischen Gccano zu; aber nicht Alles un-mittelbar. Nur der Rhein, die Lmo, die Iahdc, die Weser, Elbeund Lider, nebst mehreren zwischen denselben ausmündenden Kü-stenflüffen, gehen einem offenen Theile desselben zu, dem Teutschen