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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Lob des Feld⸗Lebens.

Das als bedarff er nicht/ er hat/ was er begehret/

ſein Gut wirdihm von GOtt/ auch wanner ſchlaͤfft/ beſchehret/hat mehr/ als derſein Hertz auf bloſſes Reichthum ſtellt/beſitzt nicht/ was er hat/ iſt arm/ und hat viel Geld.

Er gehet froͤlich hin/ fuͤhrt jetzt die üſſen Rebenan Ulmenbaͤumen auf/ daßſte beyſammen kleben/als Ehelich vermaͤhlt: Jetzt/ weil die Schoͤſſe klein/bricht er/ was wild iſt/ ab/ impft gute Sproͤßlein ein.Niwumt balddie Schaufelher/ macht Furcheufreyzuflieſſendem Waſſer uͤber Feld/ die Wieſen zu begieſſen/ſo durꝛ und duͤrſtigſtehn/ ſpatztert bald in das Graß/

das durch den Silber⸗Thau des Morgens noch iſt naß-

Bald ſtuͤtzt er einen Baum/ der vonder Frucht gebeuget/von Laſt zerbrechen will/ und ſich zur Erden neiget:Und etwan ſieht er gehn/ dort um das gruͤne Thal/die Schaafe/ Kaͤlber/ Kuͤh und Ochſenuͤberall:Schaut er dann uͤberſich/ ſoſieht er ſeine Geiſſendas Laub von dem Geſtaͤnd an einer Klippen reiſſen: 1darbey ihr Mann/ der Bock/ fur Luſt und Freudenſt pringt/hoͤrt/ wie der Hirte wol vonſeiner Phillis ſtugt/die hinter einem Baun ſich hatte nechſt verkrochen/als er ihr ſchoͤnes Obſt und Blumen abgebrochen:Hoͤrt/ wie die braune Kuh im nechſten Thale bruͤllt/daß ihre rauhe Stimm hochuͤber Feld erſchuͤllt-Bißweilen leert er aus den Honigmacherinnenjhr Waͤchſen Koͤnigreich/ daß ſte mit klugen Sinneulſehr artlich aufgebaut/ nimmt auch zu rechter Zeitden feiſten Schaafen ab ihr dickes Wollen⸗Kleid-

Kommt dann/ nachdemer hat den Sommer⸗Nutz empfangen/der Obſt⸗ Und Trauben⸗Mann/ der reiche Herl ſtgegangen/wie