2 Claſſ. I. Von der Meyerey
dergleichen Fandtguths vornemlich in Acht zunehmen haͤtte/ kurt· und einfaͤl-tiganweiſen. Und hat derſelbige erſtlich fuͤnff nachfolgende Stuͤck in Acht zu
nehmen:Die Situation, oder Gelegenheit des Orts.
II. Den Grund und Landboden.
I.I. Die Lufft.
IV. Das Waſſer.
V. Das Gehöͤltz.
1. Betreffend die Situation oder Gelegenheit des Orths/ ſoiſt dieſelbigeentweder eben oder bergicht. 8Man ſolle aber in Anlegung eines Meyerhoffs/ wo muͤglich/ und es die
Gelegenheit zulaſſen will/ allzeit dahin trachten/ daß man denſelbigen auff ei-nem ebenen Abſatz an der Seiten eines Berges meiſtentheils gegen Aufgangund vornen gegen Mittag gelegen/ oder auff einem veſten Land anlege; danndardurch wird man verſichert vor der groſſen Sonnen⸗Hitze und Froſt desWinters/ auch fuür Velaͤſtigung der Nebel und Winde/ auch Anlauffung derBaͤche und des Waſſers/ ſo von den Gebuͤrgen kommt/ ſo dem Gebaͤu unddeſſen Fundament leichtlich Schaden zufuͤgen koͤnte/ inſonderheit wannes einRegen·widrigtes und windiges Jahr gibt: Es ſolle auch das vornehmſte Auß-ſehen gegen des Merzens und Herbſtmonats Morgen⸗Sonne gerichtet wer-den; dann die Windt/ ſo von dieſer Seiten herkommen/ ſind trocken/ und mehrwarm als kalt/ auch beydes dem Leib und Geiſt des Menſchen und der Thieregeſund und anmuthig/ auch bricht die Hitze der Morgen⸗Sonne/ wann ſie indas Hauß ſcheinet/ den daſelbſt dicken/ dunckeln und groben Lufft.
I. Antangend den Grund⸗und Landboden/ ſo iſt derſelbige vielfaͤltig/entweder hart/ Stein⸗trocken/ duͤrrt oder feucht/ fett/ temperirt/ ſumpf⸗mo-raſtig/ faul oder naß.
Ein guter Grund oder Landbodenkan aber aus nachfolgenden Umſtaͤndenerkennet/ und zu dem Bauen erwaͤhlet werden:
1. Erſtlich wird eines guten Grundes Eigenſchafft afernc erkennetdurch die Farbe/ wann nemlich dieſelbige ſchwartz iſt; jedoch ſoll ſolchtI nicht von einem feuchten oder ſumpfftchten Orth ſeinen Urſprung
aben.
2. Wann die Erde mild⸗luck⸗und doch eine Fettigkeit bey ſich hat/ alſo/daß/ wann man ein Loch graͤbt/ und die Erde wieder hinein faͤllet/ und das Lochvoll/ noch ziemlich Erdeuͤbrig herauſſen bleibet/ ſoiſt es eine Anzeigung einesgar ſehr guten und fruchtbaren Landbodens.
3. Wo es groſſe/ hohe und ſtarcke Baͤum ⸗/ auch ſchoͤn gruͤn Gras traͤgt/ſo iſt ſolches gemeiniglich eine Anzeigung eines guten Landes. 14. Wann