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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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4 Clafl. I. Von der Meyerey

77. Wo Bintzing/ Rohr/ klein Gras/ weiſſer Klee/ Haſen⸗Ampffer-Gauchbrodt/ Siebenzeit/ Bilſen/ Saubohnen/ Tollkraut/ Burgundiſch Heu/Haſenpfoͤttlein/ Katzenklee/ Brombeern/ Attich/ Schleedorn/ Pflaumen-baͤum und anders dergleichen waͤchſt/ zeiget es ein gutes und fruchtbares Erd-reich an/ dann gedachte Kraͤuter und Baͤume wachſen gemeiniglich nirgendsmehr/ dann in ſůͤſſen Adern des Erdreichs.

Hingegen iſt die Erde und der Landboden nichts nutz/ wo es dieſe Anzei-

ung nicht alle hat/ inſonderheit wann es zaͤhe iſt/ laͤmicht/ thonicht/ voll

Freczen bleichfarb/ weißlecht; wann es ſich bald beweget underſchuͤttelt; zuhart/ rauch/ und ſtarck iſt/ auch waͤſſericht und ſumpfficht/ welches einen ge-ſaltenen und bittern Geſchmack hat; bittere/ kalte und ſtachlichte Baͤumeund Kraͤutertraͤget/ als daſtynd.

Buchsbaum/ Farnkraut/ Heyde/ Wermuth/ Wacholder/ Lavendel/Pfriemen/ Pfingſtblumen/ Meußdorn ee. /Huͤlſt/ Walddiſtelnundwas dergleichen Kraͤuter und Gewaͤchſe mehr ſeynd.

In Summa/ ein jede Erde/ ob ſie gut oder boͤſe ſeye/ ſolle vier nachſolgen-de Merckzeichen haben/ und nach denſelbigen judicirt werden.

1 1. Die Farbe-- Viſus.

2. Das Anruͤhren Tactus.3. Den Geſchmack. Guſtus.4. Den Geruch Olfactus.

III. Der Lufft iſtin Erwaͤhlung/ Anleg⸗und Auffbauung einer Meyereyvor allen Dingenzu beobachten/ nemliOb derſelbige warm/ trocken/ kalt/ feucht/ faul/ ſtinckend oder dergleichen.Hat man alſo bey Erwaͤhlung eines Bauplatzes gedachten Meyerhofsund deſſen Auffrichtung dahin zu ſehen/ daß man denſelbigen nach den vierPlagis der Weit ſolcher Geſtalt anordnt/ daß er eine rechtmaͤſſige temperirteLufft/ die weder zu hitzig noch zu kalt ſeye/ bekomme. e g.Nota, wie ein guter und boͤſer Lufft zu erkennen/ auch was ſonſten darbeyE iſt nachfolgend in dieſem Tractaͤtlein an ſeinem Ort fernernachzuſehen. b 6IV. Das Waſſer iſt zur Unterhaltung Menſchen und Viehes/ wie auchzu dem Garten⸗Gewaͤchs und gantzen Feldbau ein hochnoͤthiges Stuͤck; Esiſt aber daſſelbige vielerley Arten/ Natur und beſonderer Eigenſchafften/ inſon-derheit aber ſo iſt es kalt und feucht/ wann nicht andere Zufaͤlle darzu kommen.Es werden aber bey einer Mryerey vornemlich zweyerley Waſſer erfor-dert/ nemlich: 8-1. Ein