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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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20 Olaſſ. II. Von Materialien.auffwachſen: Aber ſie ſeynd ſehr geneiget zum Riß oder Spalten/ wann manſie bald zerſtucket/ von wegehuͤberfuͤſſiger Feuchngt it/ wann ſolches geſchicht/pflegen die Zimmerteute zu ſagen/ das Holtz ſpalte von lauter Guͤte/ und ſeyedieſes des beſten Holtzes Art/ welchts zwar nicht ohne/ der Fehler aber ſtecktindem/ daß die/ ſo das Holtz fäͤllen/ deſſelbigen Eigenſchafft nicht wiſſen.

Solchem aber zubegegnen undvorzukommen/ wurde foigen/ die Baͤume/ſo gegen Orient oder Auffgang gerichtet/ ſeyen unter allen diebeſten/ und ſolleman dieſelbige allezeit kieſen oder auswaͤhlen/ welche(es ſeye mittenim Wal-de/ von oderb y Bergen/ Huͤgein/ oder wo es wolle im Forſt /) am meiſten ge-gen Auffgang und Mitternacht ſehen. Oder

Da man ja meeht anders koͤnte/ die Mittelſten in einem groſſen ebenenWald/ gegen Mittag oder Niedergang/ die am meiſtenvon andern Baͤumenbeſchatter und bedecket ſeynd.

In Genere und insgemeiniſt/ das Holtz zufaͤllen/ die beſte Zeit der MonatNovember, December, und Januarius, dann der Baumiſt dieſe Zeit am ge-ſundeſten: Und beduͤmckt mich/ ich finde dieſe Zeit mitten im Baum viel eintemperirtere Waͤrme/ dannin der Cireumferentzzwiſchen Haut und Rinden/da er gar wenig Feuchtehat/ wegen des entfallenen Saffts/ nolches manauch..; des Mondes ſpuͤret/ da alle Dinge weniger Feuchte haben/ alsonſten.

Und muß man wol mercken/ wann manſiefaͤllet/ daß die Winde von Nie-dergang nicht wehen/ weil ſolche dem Vaum ſehr ſchaͤdlich/ dann er durch diePoros dringet/ und das Reiſſenoder Spalten verurſachet.

Wer den XMathematicis folgen wolte/ haͤtte viel mehr Dings wahr zunehmen/ wir wollen es aber bey dieſen eigenen Erfahrungen und Obſervatio-nibus füͤr dißmal bewendenlaſſen. 8

Wann ich Zimmer⸗Holtzes benöͤthigt geweſen/ habe ich die Baͤume inobberuͤhrten Monatenbefohlen unterſt am Stammn/ gerings heum/ ſo tieffeinzuhauen/ daß ichvermeinet/ er moͤge bloͤßlich ſtehen bleiben: Den habe ieh ſolang ſtehen laſſen/ biß ich vermerckt/ daß kein Waſſer mehr durch den Stam-men herab kommt/ welches/ wannſie zu fruͤhe/ das iſt/ vor⸗ obberuͤhrten Mo-EEö wie kleine Baͤchlein pfleget herab zuflieſſen/ oder darum zuſtehen.

Noch be quemer undfuͤglicheriſt es /; wann man vor dem Einhau alle Aeſtebiß oben an den Gipffelabloͤſet/ dann alſo darff meht ſo viel Waſſers durch denStammen abzulauffen/ und iſt der Baum gar zu faͤllen/ viel ehe fertig; aberman muß die oberſte Verletzung oder Gipffel alſobald verbinden mit Laimenoder ſonſten tauglicher Erde damit er nicht Wind fange/ und zu reiſſen ge-noͤthi-