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Gerold Edlibach's Chronik / mit Sorgfalt nach dem Original copirt und mit einer gleichzeitig verfertigten Abschrift genau verglichen aus derselben vermehrt und ergänzt von Joh. Martin Usterj ; nebst einem Anhange ; auf Veranstaltung der Antiquarischen und unter Mitwirkung der Vaterländisch-historischen Gesellschaft in Zürich dem Drucke übergeben.
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werden verdient. Diese äusserst getreue Uslerische Copie nun, mit ihrer sehrbelehrenden Einleitung und den schon erwähnten Zusätzen haben wir, gewiss zumDanke des geschichtsforschenden Publikums, wörtlich abgedruckt, und diesem Werkeauch noch einige der vielen Vorstellungen beigefügl, welche EdJibach zur Veran-schaulichung der wichtigsten Begebenheiten in seine Chronik mit eigener, freilichungeübter Hand hineinzeichnete. Zugleich sind wir noch im Falle, der Copie vonIJsteri einen Aufsatz aus Edlibachs Feder als Anhang beifügen zu können, der jenemnoch unbekannt war. Man musste es auffallend finden, dass Edlibach, der in seinerbis zu seinem Todesjahr (15-30) fortgefiihrlen Chronik Alles, was während seinerlangen Lebens- und Amtszeit Bedeutendes sich zutrug, sorgfältig und in seinenEinzelheiten aufzeichnele, gerade die so wichtige Reformationsperiode, deren Haupt-veränderungen er noch selbst erlebt hatte, nur kurz, nur mit einigen abgerissenenZügen berührte. Man suchte freilich diese auffallende Kürze sich, zum Theil gestütztauf seine eigenen Winke, durch die Annahme zu erklären, dass Edlibach schonüberhaupt als Greis und nach so heftigen Lebensstürmen jeder bedeutenden, w ie vielmehr einer solchen Alles erschütternden und umgestaltenden Veränderung abhold war,von deren Folgen sein etwas ängstliches Gemüth wold nur das Schlimmste almete,dass ferner die schonungslose gänzliche Abschaffung des römischen Cultus, an welchemer sehr hing, ihn schmerzlich verwundete, und er sich daher nicht eben aufgelegtlinden mochte, die einzelnen Thatsachen, in welchen dieses Werk fortschrill, aus-führlich zu beschreiben. Es hob sich aber dieses Befremden vollständig dadurch, dassunlängst in einem auf hiesiger Bibliothek befindlichen Manuscriptenband ein sehr altes,unzweifelhaft von Edlibachs Hand geschriebenes, zwanzig Seiten starkes Manuscriptaufgelünden wurde, welches wirklich von der erfolgten Glaubensänderung ausführlichhandelt, und wie man darin Schritt für Schritt weiter ging, genau berichtet. Schadenur, dass dieser werthvolle Beitrag zur zürcherischen Reformationsgeschichte (ererstreckt sich nur von 152015*27) Fragment blieb, oder wenigstens als solchesauf uns gekommen ist!

Zürich, Im Ociotoer 1846.