Buch 
Gerold Edlibach's Chronik / mit Sorgfalt nach dem Original copirt und mit einer gleichzeitig verfertigten Abschrift genau verglichen aus derselben vermehrt und ergänzt von Joh. Martin Usterj ; nebst einem Anhange ; auf Veranstaltung der Antiquarischen und unter Mitwirkung der Vaterländisch-historischen Gesellschaft in Zürich dem Drucke übergeben.
Entstehung
JPEG-Download
 

Vorwort der Herausgeber.

Seit Bodmer und Breilinger in ihrer «helvetischen Bibliothek (Zürich 1736.Stück 5. S. 101109) die auf hiesiger Sladtbibliothek aufbewahrte handschriftlicheChronik von Gerold Edlibach zum ersten Mal ausführlich beschrieben und dieAufmerksamkeit des gelehrten Publikums auf sie gelenkt hatten, erhielt dieselbe einbedeutendes Ansehn. Es zeigte sich jedoch, dass wenn schon im Allgemeinen mitIluhm von ihr gesprochen wurde, ausser Johannes v. Müller, J. H. Schinz und Joh.Martin Usteri nur wenige Geschichtsforscher sich mit ihr näher bekannt gemacht undsie wirklich benutzt hatten. Erst in neuester Zeit, als das Geschichtsstudium, vorausdas vaterländische, unter uns wieder auflebte, sah man sich aufs Neue nach unsernalten handschriftlichen Chroniken, namentlich nach der Edlibaclfschen, um, und derWunsch ward immer häufiger und lebhafter, dass auch sie durch den Druck denGeschichtsfreunden zugänglicher gemacht werden möchte. Diesem Verlangen zu ent-sprechen, beschloss die hiesige Antiquarische Gesellschaft, unter Mitwirkung der Va-terländisch-historischen Gesellschaft, den Druck dieser Chronik zu veranstalten.

Es hatte der eben genannte Johann Martin Usteri, dieser grosse Freund undBonner vaterländischer Chroniken, sich einst die Aufgabe gestellt, unsern Edlibachunter sorgfältiger Vergleichung einer ebenfalls auf der Stadtbibliothek vorhandenen,ungefähr gleichzeitigen anonymen Abschrift und der Chronik von Ludwig Edlibach(dem Sohne) mit diplomatischer Genauigkeit abzuschreiben, ihn dadurch zu ergänzenund zu vermehren, und alle andern, sowohl historischen als besonders Familien-Notizen von Edlibachs eigener Hand, die sich hier und da in seinen Büchern undHandschriften zerstreut fanden, theils hinten anzufügen, theils in die Einleitung auf-zunehmen. Eine Arbeit, welche Usteri von Anfang bis Ende mit einer solchen Sorgfaltund Zierlichkeit durchführte, dass sie ein kalligraphisches Kunstwerk genannt zu