Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

9

des Meyerhofs. 35gen mit einer Setz⸗Wage abrichten/ alſo/ daß er fein eben und auff keineSeite hange. dr; 2

2. Findet man aber/ daß der erſchuͤtte Grund gar tieff/ und/ ſo tieff zugraben/ faſt beſchwerlich fallen wolte/ bevorab da man ſchon von 10. biß 15.Schuhe/ oder mehr gegraben haͤtte/ ſo ſolle man nicht tieffer graben/ ſondemnnur den Boden unten fein eben und gleich machen; Es muß aber ſolcherBoden zwey oder dreymal breiter/ als ſonſten bey einer ſatten Erde gebraͤuch-lich/ gemacht/ und ein gleicher Roſt von Eichen⸗Holtz/ ſo wol verbunden/ undmit Pfaͤhlen eingeſetzet/ unterleget/ alsdann das Fundament darauf gemau-ert werden.

3. Wann man aber einen Bau auff einen moraſtigen Grund ſetzenmuͤſte/(ſo allhier unſer Vorhaben nicht/ bevorab weil die er-ee auffeinen erhabenen trockenen Grund geſetzet werden ſolle/ ſo iſt zu wiſſen/ daß manPfaͤhle ſchlagen muß/ ſo lange und viel/ biß daß dieſelbige den harten Bodenerreichen und antreffen: Die Pfaͤhle aber ſollen nicht weiter/ dann ein bißzween Schuhe weit von einander/ eingeſchlagen werden. Auff gedachtePfäͤhle ſolle man Kalck mit groben Sand und Grieß fuͤhren und ausfuͤllen/25 daß die Pfaͤhle darmit fein gleich bedecket/ und nach der Setz⸗Wageausgeebenet werden koͤnnen. Auff dieſes Fundament kan man alsdannferner die Mauren und den Bau darauff ſetzen.

4. Was die dicke Mauren zu dem Fundament anbelanget/ ſo iſt zu wiſſen/daß dieſelbige allezeit noch einmal ſo dick/ als die Mauer/ ſo ober⸗und auſſer-halb der Erde darauff geſetzet werden ſolle.

. Man uͤberleget auch den Boden des Fundaments bißweilen mit har-ten und breiten Steinen; Oder/ da manſolche nicht haben kan/ und auch ſon-ſten beſſer iſt/ ſo werden die Fundamenta mit Schwellen und eichenen bretter-nen Boͤden fein gleich beleget/ und hernach die Mauer darauff geſetzet.

6. Es werden auch die Mauren der Fundamenten offtermals nicht glei-cher Dicke aufgef ühret/ ſondern bekommen unten ſo wol hinaus⸗alseinwertsgegen dem Bau einen breiten Fuß/ alſo/ daß nur das mittlere Theil der Mauer-worauf das Gemaͤuer oberhalb der Erde geſetzet werden ſolle/ gleiche Dicke/auf den zwo Neben⸗Seiten aber Schraͤge oder Abda chungen bekomme/ wel-ches dann der Mauer eine beſſere Staͤrcke/ und ſolches nach Anweiſung derNatur/ eine groſſe Huͤlffe giebet: Worbey aber ſonderlich in Acht zu nehmen/daß die mittlere Mauer zwiſchen beyden Schraͤgen perpendicular oder Bley-recht ſeyn muß/ welches ebenmaͤſſig bey den Abſaͤtzen und Verj uͤngung derMauren oberhalb der Erden ſolle in Acht genommen werden.

7. Bey Anlegung der Fundamenten iſt ferner in Acht zu nehmen/ nem-lich/ daß man ſich huͤte/ daß man keine auf alte abgebrochene/

ij oder