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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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WWn Claſl. V. Von Bronnen. E 57

Findet man an den Boden rothe Steine/ ſo trifft man gemeiniglich guteund groſſe Quellen an.

Zuweilen findet man auch unten an den Bergen und Gruͤnden kalte undgeſunde Waſſer.

Im ſchlechten Felde ſeynd die Quellen offtmals geſaltzen/ ſauer/ und nichtkalt noch ſuͤß; Findet man aber an dieſem Ort wol⸗ſchmeckendes Waſſer/ ſokommt daſſelbige aus dem naͤchſten Gebuͤrg unter der Erden.

Wann man auf dem Bauplatz/ und in deſſen Grund keine Bronnenquel-len findet/ oder antreffen kan/ mut man nothwendig von der naͤchſten Hoͤheoder dem Gebuͤrge eine beſtaͤndige Quelle ſuchen/ und nach dieſem Meyerhofeauf den darzu verordneten Platz leiten und fuͤhren/ und kan ſolche Leitung undFuͤhrung vornemlich nachfolgender Geſtalt verrichtet werden.

1. Muß man die Hauptquelle mit einem beſtaͤndigen Mauerwerck faſſen/und eine bequeme Bronnenſtube machen/ und ſolle dieſelbige billich verſchloſ-ſen/ oder/ da ſie ja offen bleiben muͤſte/ jederzeit rein gehalten werden.

2. Von dieſer Bronnenſtuben aus/ wird die erſte Roͤhre geleget/ undvornen mit einer eng⸗ſoͤcherichten blechernen Seyhe verſehen/ damit nichts un-reines in die Roͤhren kommen moͤge.

3. Die Roͤhren werden ins gemein von Daͤnnenholtz gebohret/ und miteiſernen Blechen(ſo man Bronnen⸗Kacheln nennet/) in das Holtz der Roͤhrenin einander feſt eingetrieben/ und darzwiſchen mit Baummoß/ oder derglei-chen/ verwahret.

4. Die Roͤhren von Bley ſind nicht viel nutz/ inſonderheit was zu demTrinckwaſſer gehoͤret; Dann ſolche ſeynd ſchaͤdlich/ koͤnnen aber nur zuden 5 Bronnen/(da man keine hoͤltzerne Teicheln legen koͤnte /) gebrauchtwerden.

5. Man macht auch irrdene Roͤhren mit Abſaͤtzen/(ſo wol gebrand ſeynſollen /) daß man alſo eine indie andereſtecken/ und mit Letten/ lebendigem Kalckund Oel/ auch andern Sachen verwahren koͤnne/ und dieſe ſeynd beſtaͤndig undgeſund/ bevorab wann ſie gantz in Lett⸗Erde geleget/ und darmit umſchlagenwerden/ und ſolle man ſich mit der Groͤſſe beſagter hoͤltzern/ bleyernen und irr-denen Roͤhren/ nach der Menge des Waſſers richten/ je nachdeme man viel oderwenig darinn fuͤhren/ oder leiten will.

6. Ehe und zuvor man die Bronnenquelle faſſet/ muß man wiſſen/ wie vielder Platz des Meyerhofs/ dahin man den Bronnen leiten will/ niedriger liege/ſo durch ein langes Richtſcheidt von 15. biß 20. Schuhe mit einer Waſſer undBley⸗Wage leichtlich geſucht werden kan/ und nach dieſem kan manſſich als-dann ferner mit Legung der Teicheln richten; Man ſolle aber allezeit von 100.zu 100. Schuhen die Teicheln/ wann ages auf ebenem flachen 1

gefüͤhret