Band 
Erster Band.
Seite
146
JPEG-Download
 

146

Vom Gelde.

nennh man den Feingehalt, den Zusatz die Legirung, das ganze Gewichtder Münze Schrot und das Verhältniß des Feingehalts zu diesem Korn.

Da es aber sehr schwierig ist. den einzelnen Münzstücken eine vollkommeneGleichheit an Korn und Schrot zu geben, so ist für Beide ein Höchstes undein Geringstes festgesetzt, bis auf welches sie von den gesetzlichen Bestimmun-gen abweichen können, welche FehlgrLnze kvmnilium genannt wird. InFrankreich soll dieses für Gold im Korn ^ und für das Silber im

Schrot für daS Gold ^ und für Silber ^ betragen dürfen. In Preußen ^soll bei den einzelne» Goldstücken im Korn gar keine Abweichung stattfinden,im Schrot aber höchstens j Pror. betragen. Bei den Thalerstücken soll dasKorn höchstens 1 Gran und das Schrot höchstens H Procent und bei den Sech-stelstücken das Korn höchstens Gran und das Schrot höchstens 1 Procentabweichen dürfen. Dqs Versetzen des reinen Goldes mit andern Metallennennt man auch die Karatirung oder das Karatiren.

§. 4. Kurze Beschreibung des Geldmünzens. *)

Nachdem das reine Metall den Zusatz an unedlem zugewogen erhielt,werden solche Mischungen vorn Mänzmeister dem Schmelzer übergeben, dersie im Schmelztiegel in» Windofen glüht und zusammenschmilzt. Ist dieMasse gehörig im Fluß, so nimmt der Münzwardein etwas davon heraus,um ihre Feinheit zu untersuchen. Das Herausgenommene heißt di« Tiegel-probe. Wen» dies« ihre Richtigkeit hat, so geht der Guß der Stangen oderZainen vor sich, deren Formen aus einer feuchten Mischung von Sand, Thonund Kohlenpülver, oder auS Eisen bestehen. Auch wird die flüssige Mass-wohl in eine Form gegossen, die man den Planenbogen nennt, und dieaus eine« nassen, zusammengelegten Zwtllichstück besteht. Nachdem die Zai-nen erkaltet sind, werden sie in einer Glühpfanne oder einem Glühofen aufsReue durchgeglüht, und mittelst eines Walzenwerks, welches das Streck- 'werk heißt, platt und glatt getrieben oder gestreckt. Wenn sie nun die zuden zu prägenden Münzen gehörige Stärke und Gleichförmigkeit erlangt ha-ben, so werde» sie auSgestückelt, was mittelst einer Druckmaschine, biederDurchschnitt genannt wird, auf welcher ein Stempel mit scharfem Randesenkrecht niedergeht und auf eine gleich große scharfe Leffnung der Unterlagetrifft, verrichtet wird. Die auf diese Weise erhaltenen Platten sind jedoch anGewicht nicht völlig einander gleich und werden daher adjustirt, d. h. siewerden von dem Ju stirer einzeln gewogen» die zu schweren werden abge-feilt und die zu leichten zurückgelegt. Die gut befundenen und richtig gemach-ten werde« dann vom Bieder in einer Flüssigkeit gesotten, nachher in Koh-lenpulver gescheuert und getrocknet, worauf sie zum Prägen fertig sind.Letzteres wird mittelst des Prägewerks oder des An wurfs verrichtet.

Auf den unteren Stempel, dem Präge klotze, auf dem die Rückseite derMünze, der Revers, eingegraben lgra«irt> ist, wird die Platts gelegt undder Prägestempel mit dem eingegrabenen Avers oder der Vorderseitedrückt mittelst einer senkrecht niedergehenden Schraube auf die Platte, so daßdiese auf beiden Seite» zugleich ausgeprägt wird. (Früher legte man die

») Es schien dem Verfasser nicht überflüssig, auch hiervon einige Nachrichtmitzutheilen, da möglichst gründliche Belehrung der Hauptzweck dieses Wer-kes ist.