Band 
Erster Band.
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Von den Anstalten und Verfügungen rc.

In demselben Jahre, während der Ostermeffe in Leipzig, wurden dieActien zu einer Eisenbahn zwischen Leipzig und Dresden unterzeichnet. DieSubskription war in einigen Tagen bereits zu Stande gebracht, und die Ac-tien stiegen bald nachher zu 12 bis rs H Agio. Am 2. März !S3S wurden zuLeipzig die Jnscriptionen für die erzgebirgische Eisenbahn geschloffen, die beiOschatz in die Leipziger münden soll.

Sonst sind in Deutschland noch Eisenbahnen Projectirt: u) von Aachennach Cöln; 1i) von Cöln nach Minden; e) von Elberfeld nach Düsseldorf;il> von Frankfurt nach Manheim; 6) von Manheim nach Basel; ki von Ham-burg nach Lübeck; von Hamburg nach Hannover; Ii) von Hannover nachBremen; i> von Hannover nach Braunschweig; Ic) von Berlin nach Potsdam.Diese letzte soll ebenfalls auf Actien für k>vi),000 Thlr. angelegt werden undauf derselben eine Dampfkutsche fahren.

Z. 4. Canäle.

Canale nennt man die durch Kunst hervorgebrachten Flusse, oder be-sonders angelegte Graben, die von einem Flusse zum andern tauch von Flüs-sen zu Meeren, oder von einem Meere zum andern) führen und so eine Com-munication zwischen beiden bewirken. Dem hineingeleiteten Wasser wirddurch Schleusen oder Fluththüren ein solcher Stand gegeben, daß dadurchfortwährend ein nutzbarer Weg für die Schifffahrt und den Wassertransportentsteht. Die Idee, Canäle zur Erleichterung des Transportes anzulegen,ist schon sehr alt, denn es gab bereits einige Jahrhunderte vor der christlichenZeitrechnung dergleichen in Aegypten. In Griechenland wurde auch schon imAlterthums der Versuch gemacht, die Landenge von Corinth zu durchstechen.In China haben ebenfalls schon in den frühesten Zeiten Canäle existirt. Derberühmteste der chinesischen Canäle ist der kaiserliche oder große Canal, derPecking mit Canton verbindet, und 1bSl> englische Meilen lang ist. In Ita-lien wurden im I I., 12. und IS. Jahrhundert im Mailandischen und in derLombardei Canäle angelegt. In Holland wurden im 12. Jahrhundert dieersten Canäle gegraben, die sich seitdem immer vermehrt haben, so daß keinLand so viel schiffbare Canäle besitzt als die Niederlande, namentlich die Pro-vinz Holland. Die holländischen Canäle sind in der Regel 60 Fuß breit undö Fuß tief und werden sorgfältig gereinigt. Fast alle sind wagerccht angelegtund bedürfen daher keiner Schleusen, was den Transport ungemein befördert.Der Canal von Rotterdam nach Delft, Leyden und dem Haag ist ganz wage-recht, zuweilen aber heftigen Winden ausgesetzt. Sämmtliche Canäle in Hol-land, die häufig höher liegen als das Land, durch welches sie gezogen sind,haben Einfassungen von sehr starken Dämmen oder Deichen, deren Erhaltungund Befestigung eine wichtige Angelegenheit ist. Au dem Ende ist die.ganzeBevölkerung angestellt, und in jedem Dorfe ist ein Magazin von Erfordernis-sen und sind bestimmte Leute, deren Geschäft es ist, jede sich zeigende Deich-beschädigung sogleich mit Schutt und Steinen wieder auszubessern. Ist dasWasser bis zu einer gewissen Höhe gestiegen, so wird mit einer Glocke ein Zei-chen gegeben, auf welches sich Jeder sogleich auf seinen angewiesenen Postenverfügen muß. Jedem Hause und jeder Familie ist eine bestimmte Streckedes Deiches zur Erhaltung desselben zugetheilt, und wenn ein Deichbruch zubefürchten steht, so wird der ganze Damm mit groben Frießdecken belegt undmit großen Steinen beschwert. Durch diese Canäle wird der Handel zwischenHolland und Frankreich so wie mit Flandern und Deutschland ungemein er-