vierzehnte Abtheilung.
Die englischen Docks.
Docks/ Schiffsdocks (wofür es im Deutschen keinen umfassenden Aus-druck gibt), sind durch die Kunst angelegte Hafenbecken/ zur Aufnahme derHandelsschiffe (und wie in Antwerpen wahrend des französischen Besitzes auchder Kriegsschiffe). Dieses Wort soll aus dem Griechischen ök(xo/u<rr herrüh-ren/ nach Andern aber echt deutschen Ursprungs von decken, oder bedecken,einschließen oder sichern. (Am Englischen bedeutet to stock ein Schiff in denHafen, auf's Werft u. s. w. bringen, und dieses trägt wohl ebenfalls zurWorterklärung bei.) Docks, von denen hier die Rede sein wird (eigentlichvot stock» zum Unterschied von str^ stock», welches Werfte sind, auf wel-chen Schiffe zur Ausbesserung trocken gelegt werden), sind mit Flußthüresversehen, um den Abfluß des Wassers zu verhüten, und den Stand desselbenin gleicher beliebiger Höhe zu erhalten. Der Nutzen dieser Docks ist sehr groß,und diese kostspieligen Bauwerke gewahren dem Handel und der Schifffahrtdie größten Vortheile. Ein großes, beladenes Schiff kann nicht auf demGrunde oder am Gestade aufliegen, ohne dadurch großen Schaden zu leiden,oder sogar seiner Zerstörung nahe gebracht zu werden, und bei kleineren trittbeinahe derselbe Fall ein, wenn dieselben nicht auf einen ganz weichen Grundzu liegen kommen. Deßhalb können Schiffe in den Hasen, wo keine solcheDocks sind, oder wo das Wasser dicht an den Kaien nicht hinlänglich tief ist,nur zur Flutzeit geladen oder gelöffet werden ; um dann diese Schiffe schwim-mend zu erhalten, müssen dieselben wahrend der Ebbe vom Ufer verlegt, undbei der Flut wieder angelegt werden. Man hat zwar vielfältige Versuchegemacht, diesem Uebel dadurch abzuhelfen, daß man Hafendämme und Stein-ufer weit hinaus ins Meer gebaut hat, an deren Ende die Tiefe fortwährendhinreichend war, dazu muß aber die Oertlichkeit das Meiste beitragen, und dieLage des Schiffes muß dennoch verändert werben. An den meisten Fällen istes aber ohne Docks allemal unmöglich, Schiffsladungen so zu beaufsichtigen,daß davon Entwendungen nicht stattfinden können, wahrend dieselben gela-den oder ausgeladen werden. Bevor auf der Themse dergleichen Docks erbautwurden, rechnete man, daß jährlich für 500 , 00 v Pfd. Veruntreuungen undDiebstähle vorfielen, welches indessen wohl übertrieben sein mag.