Die englischen Docks.
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§. 1. An der Themse.
Es ist zu verwundern, daß ungeachtet der augenscheinlichen großen Nutz-barkeit der Docks, zumal bei dem großen, unübersehbaren Handel Londons ander Themse, erst beinahe hundert Jahre später als zu Liverpool dergleichendaselbst angelegt worden sind. Seit lange zeigte sich bei Ankunft der Handels-flotten auf dem Strome ein Gedränge von Schiffen, welches durch den Man-gel an beaufsichtigten Ausladeplätzen und anderen schicklichen Platzen zum An-legen der Schiffs die Nothwendigkeit hervorbrachte, daß die Kauffahrer imFluffe liegen, und durch Lichterschiffe lösten mußten, und das Verderbliche undNachtheilige davon, so wie die Verluste und Gefährdung des Eigenthumswurden lange Zeit hindurch gefühlt. Man widersetzte sich aber jeder Verände-rung fortwährend, sei es nun, daß dieses von den Kaimeistern oder von an-dern betheiligten Personen herrühren mochte, welche dadurch zu leiden glaub-ten, und erst 17SS wurde der Plan aufgenommen, auch für London Docks an-zulegen. Dennoch vergingen sechs Jahre, ehe die Parliamentsakte erlassenwurde, welche die Erlaubniß zum Bau der westindischen Docks gab.
Die Westindischen Docks sind die, welche zuerst unternommenwürden, und solche behaupten auch noch fortwährend den ersten Rang unterden, für den Londoner Hafen gemachten Anlagen dieser Art, welche zum Zweckhaben, den großen Zwischenhandel des Platzes zu befördern. Der Bau dersel-ben begann mit 1800, und die Eröffnung erfolgte zum Theil schon 1802.Dieselben erstrecken sich quer durch die Landenge, welche sich der Hundeinselanschließt, und endigen an dem, nach der Grafschaft Middleser zu liegendenGestade. Dem ersten Plane nach bestanden dieselben aus einem Bassin zurAufnahme der ankommenden, und aus einem zum Aufenthalt der in Ladungliegenden Schiffe, welche durch Flutthüren unter einander, und ebenso miteinem Bassin von 5 bis S Morgen Landes in der Nähe von Blackwall, undmit noch einem von 2 Morgen Landes dicht bei Limehouse, in Verbindung stan-den; zwei dieser Wasserbecken waren mit der Themse unmittelbar verbunden.Zu diesen verschiedenen Einrichtungen hat die Westindische Docks-Compaguieneuerlich die Süd docke hinzugefügt, früher unter dem Namen: der City-Kanal bekannt, welche mit der Docke für abgehende Schiffe in gleicher Rich-tung lauft. Dieser Kanal wurde angelegt, um den Schiffen den Umweg umdie Hundeinsel zu ersparen; er wurde jedoch wenig befahren, und dient ge-genwärtig vorzüglich dem Holzhandel. Die Ausfuhrdocke, in der die in La-dung liegenden Schiffe ihre Plätze haben, ist ungefähr 850 Pards lang und135 weit, so daß der Flächenraum etwa 25 Morgen beträgt. Die nördlicheDocke, für die ankommenden Schiffe, hat bei gleicher Länge 1 SS Parbs Weite,so daß sich solche wohl über 30 Morgen Landes erstreckt. Die Südbocke,welche für beide Arten Schiffe bestimmt ist, hat eine Lange von 1183 Pards,und an jeder Seite nach dem Flusse zu eine Einfahrt; diese letzteren, mit Flut-thüren verschlossen, ebenso wie die Einfahrt in das Bassin von Blackwall, ha-ben eins Breite von 45 Fuß, und sind folglich weit genug, um Schiffe von120g Tons einzulassen. Bei dem höchsten Stande der Flut ist die Tiefe 24Fuß; der ganze Umfang saßt ohne Schwierigkeit SOO Schiffe von 250 bis 500Tons. Die Westindischen Docks sind es, welche zuerst die Einrichtung tra-fen, daß die ankommenden, mit Ladungen versehenen Schiffs ihr eigenes Bas-sin getrennt von den anderen erhielten, welches alle Veruntreuungen verhin-