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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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® tiefe an Bonstetten.

sey ein Mann, es wird einst bester, nur halte aus.War's dir denn unmöglich, auf einige Tagenach Genthod zu kommen? Sie liebendich wahrlich, sie würden dir Muth einsprechen,wir würden uns daselbst umarmen, wir würdenvielleicht beisammen bleiben, oder gewiß dazudie Zeit festsetzen. Thue es. Lieber! dieFreund-schast nur kann dich heilen, die Musen führt siedir wieder zu, und Wonne mit ihnen. Lebewohl, mein Allerliebster.

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9/io 85.

Nichts, mein Liebster, kann mir mehr Vergnü-gen machen, als wenn ich dir nach deinem Sinngeschrieben; zweifle keinesweges, daß ich nicht al-les aufzugeben und bei dir zu seyn, bereit sey, so-bald ich durch dieses dir nützlicher seyn könnte.2a, in allen Zufällen, wodurch Tronchins verdrieß-liches Gemüth mir bisweilen die Tage verbittert,ist meine vornehmste menschliche Aufmunterung,daß, wenn solches mir ganz unerträglich würde,ich bei dir die Geschichte der Schweiz vollenden,und indessen irgendwo eine bessere Stelle suchenkönnte, als die, welche ich verlassen habe. DieserAussicht bedarf ich oft, mich darum zu trösten,daß ich nach vielen und nicht unglücklich-.n Arbei-ten doch immer noch in der unangenehmen Lagebin, um jede Kleinigkeit von Andern abzuhängen.Wenn Tr. thut, was er mir versichert hat, wirdfreilich die Zukunft ruhiger und freier seyn; hie-durch aber wird um nichr viel angenehmer, wasnun auf meine Nerven so empfindlich wirkt. Ichhoffe, wenn ich diesen Winter ein Collegium gele-sen, vvm Frühling an schon freier zu seyn; bis