Briefe an Bonstetten.
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Materie liefern, die man vielleicht nirgend anders-wo findet; alle Republiken in fernen Jahrhunder-ten würden etwas für sich daraus zu lernen haben;wir zuerst. Ich kann sagen, daß die Grundfestenunserer sämmtlichen Verfassungen, und auch zumalunsere wahre Lage in allen Verhältnissen am aller-besten aus dieser Genealogie unserer Grundsätzeund unserer Fehler hervorleuchten würden. Aberauf den Vorschlag der 90 Lvuisd'ors kann ich erstalsdann mich einlassen, wenn ich genau weiß,woher sie kommen sollen. Auf Collegien läßtsich nicht rechnen; höchstens können sie dienen, mirein klebriges zu verschaffen, um noch verschiedeneReisen zu thun, das Innerste der kleinen Kantons,ganz Rhätien, im Tprol die Schlachtfelder undGegenden des Kriegs von 1499, auch etwa die vonMarignano, Novara und Bicocca zu sehen, zudem würden sie hier nicht immer das Gleiche hö-ren wollen, und ich wäre zu beschäftigt, um Neuesfür den augenblicklichen Gebrauch auszuarbeiten.Aweiteus werde ich nichts mehr von meinen Freun-den annehmen, aus vielen Ursachen. Ich nehmeaus, wenn Haller*) thun wollte, was er verspro-chen, so aber, daß ich statt einer doch nie zurei-chenden Rente (denn zu den 25 Ldrs muß ichgleichwohl eine Stelle haben, und welcher Staatoder Fürst mich haben will, wird nicht um solcherBettelei willen seine Gesinnung ändern), daß ich200 Ldrs in den zwei nächsten Jahren zu beziehenhätte, die, zu dem Ertrag dieser beiden Theilegerechnet, würden die drei Jahre mir genug seyn,und im vierten ließ ich snbscriptionsweise dasBuch drucken. Thut es H. nicht, so ist's ein
*) Der Banquier.