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Briefe an Bonstetten.
getäuschtes oder niedergedrücktes Volk (dessen Hälftegewiß mit der andern in ewiger Fehde wäre)möchte ich nicht aus solchen Händen, und nichtes völlig aufopfern, oder in die Gefahr einer De-portation kommen. So, glaube ich, würde auchVonst. sich gar schön und höflich bedanken, und— auf eine Reise gehen. Man weiß, er war imSüd; nichts natürlicher, als daß er jetzt nordwärtssteure; und so viel würden jene den Mann desVolks doch schonen, daß sie ihn nicht ausplünder-ten, auf daß er auswärts gegen sie zeuge. Soscheint mir im besten und ärgsten Falle für B.nichts zu fürchten, und nachdem ich meinem Her-zen dieses alles demonstrirt habe, ist's doch nichtruhig; und nicht Sie werden brauchen zu fragen:wo v or?
Meine an ihn geschriebenen Briefe gebe ich Ihnenzu jedem Gebrauche vcrtrauungsvvll preis. Ichcompromittire auf Ihr Gefühl des moralischen Ge-haltes und der conventionellen Schicklichkeiten.Gleichwie ich mit Schrecken die feilen vernehme,welche vor ein paar Monaten einer so sehr zurUnzeit auf so abgeschmackte Weise in die Zeitungeneinrücken ließ, wo man mich mißverstehen mußte;so werde ich dieses Bändchen, wenn es zuStande kömmt, mit der zuversichtvollesten Ruhein die Hand nehmen, und freue mich darauf.Höchstens hätte ich gern (was aber bei weitemkeine Forderung ist), wenn in einer Zuschrift oderVorrede von wenigen Zeilen gesagt werden könnte,daß die Publication ohne mein Zuthun geschehen. *)Doch, ich irre! die Briefe sind ja nicht an mich.
*) Siehe Briefe des jungen Gelehrten an seinen Freund,in der Borrede pag. IV.