Briefe an Bonstetten.
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l&e können sich leicht vorstellen, edle Freundin,was es mir war, den schnellen Untergang der Unab-hängigkeit, Verfassung und Glückseligkeit meinesVolks zu erleben, für das ich gern alles, auch meinLeben, hingäbe: und ich sehe kein Rettungsmittel;vielmehr wünsche ich nun selber, daß nach dem Ver-lust seiner alten Gesetze irgend eine neue Formbaldmöglichst aufkomme, nur auf daß die kraftvolleNation (nicht die Städter) nicht, wie ich sehrfürchte, verwildere und Schreckensscenen darstelle.Im klebrigen wird die Schweiz, wenn das Unglücknicht vicljährig ist, mit Begeisterung wieder zuder alten Eidgenossenschaft umkehren (die neueFreiheit paßt nicht in ihre Sitten); wenn es aberallgemein, allumfassend, unheilbar wird, so wirdauf der Grabstätte des ganzen gesitteten Eurvpa'sihr Denkmal, wie eines unschuldig Ermordeten,sich auszeichnen. Ich war dieselben Tage ganzaußer mir, zur Arbeit unfähig, und wurde krank;jeder Brief drückte mir den Pfeil tiefer ein; undnoch bin ich schmerzliche Wunden gewärtig: dennviele, selbst Bst., haben mir noch nicht geschrieben;ich bin äußerst bange, was aus Bonstetten gewor-den ist. Bald zerreißt diese Insolenz der Gebieter,bald der Verlust dieses Denkmals, dieser gute» An-stalt, dieser geliebten Stadt, bald Schwester undBruder mein Herz, so daß ich noch gar nie bedachthabe, daß ich selbst um so abhängiger werde, daich in der Gefahr bin, vollends den ganzen Noth-pfennig, meiner Eltern gerechtes Erbe, über die-sem Tumulte mit zu verlieren. Wer kann überdem Krachen des zusammenstürzenden Europa zusich kommen, seiner selbst gedenken! Welche Aus-sicht, edle Frau! die große Nation hat das, daß