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Briefe an Bonstetten.
sie die Menschen zuerst grundschlecht macht, unddann wildfrei läßt: was kann für alles Schöne undGute der Humanität hieraus werden!
In dem allgemeinen Unglück ist wohl noch einMittel, aber wer will es brauchen! Noch könntendie Mächte dem verwüstenden Strom einen Dammsetzen: aber zu allererst müßten sie selber zu deröffentlichen Moralität, der, seit 1775 zu-mal, Trotz geboten worden, öffentlich undunwiderruflich zurückkehren — wollenmüßten sie, nur dieses wollen; — sich ent-schließen und erklären, daß von Vergrößerungen,Ausründungen, Schadloshaltungen, durchaus keineRede sepn soll; alle für eine, eine für alle stehen,das Recht der Kleinsten so heilig wie der Größtenhalten, offen vor dem Richterstuhle des ganzenmenschlichen Geschlechts (als zu seinem Besten) han-deln, Aber wo ist Muth des Großen und Edlen!Wo Gemeinsinn? Wo Blicke über die unmittel-bare Gegenwart hinaus! Wo ein sächsischer Moriz,ein Gustav, ein Wilhelm! Da gaffen, da starrensie einander an; jeder für sich unkräftig, und alleunter sich über der Begierde freniden Gutes sorg-los für das eigene: indeß das Ungeheuer den Zau-ber bald da, bald dorthin wirft, und dann überdie erstaunten Hülflosen den unersättlichen Rachengrimmig aufreißt.
Was ist zu thun! Man muß sich auf alles stäh-len; fest in sich und mit Guten und Edlen, aberin Ermangelung der Kraft zu erforderlichem Wir-ken, verschlossen, still abwarten, ob denn gar nir-gend ein Mann an dem Platz steht oder dahinkömmt, welcher höher fühle, die Lage recht erkenne,und mit seinem Feuereifer die noch übrigen Mas-sen, weil es noch Zeit ist, für die allgemeine Er-haltung zu beleben wisse.