Briefe an Bonstetten.
SS
zögern; wo nicht Assen, doch Einigen zu helfen.Aber es wird geschehen, daß auch ich von demPosten, wohin mich das Schicksal stellte, wegge-rissen werde; dann werde auch ich einen stillen,verborgenen Winkel suchen, aufzuschreiben, wasich gesehen; gewiß am ersten, wo du bist, dochhängt das von dem Zufalle ab, ob der Revolu-tionssturm früher oder später dorthin getriebenwird; vielleicht unter irgend einer Trümmer, wodie Feuersbrunst aus Mangel an Nahrung schonin Asche gesunken. Ich weiß so wenig, wovon ichalsdann leben werde, als ob ich noch werde wollenleben. Will ich es, so hilft mir vielleicht einCollegium oder sonst etwas Litterarisches. Aberauf jeden Fall wünsche ich mir am Ende der Rollenur einen Monat: während dem resumirteich in Eine Schrift das Resultat aller meinerStudien und Erfahrungen, redete zur Nachwelt,und nach einem hohen Spruch, wie Mosis Lied —endigte ich, wie so viele der Alten. Das ist meinPlan.
Du Lieber, bleibe bei deinen Freunden; wo,auf Gottes weiter Welt, könntest du besser seyn:in unsern Jahren am Altamaha planter zu wer-den, aller geistigen Genüsse uns zu entschlagen, umzu pstügen — scheint mir kaum möglich: warte;vielleicht wird der Schweiz geholfen; vielleicht,wenn noch mehr revolutionirt ist, helfen die Völ-ker sich selbst; vielleicht schlägt Ein Zufall den tol-len Schwärm zu Boden; vielleicht Ein Albemarle.Wenn aber auch nicht; und gesetzt, alles, was ichfürchte, käme. halte dich gleichwohl fest an dieFreundschaft, und entlaufe uns nicht; wir alle be-dürfen einander. Ueber deine Söhne ist mir nichtbange: zwei Stände bleiben gewiß: Bauern undKrieger; statte deine Söhne herrlich aus mit