Briefe an Bonstetten. 167
beten viel von Valeires! Ich werde ihn wieder-sehen.
Bleibe, Freund, in deinem Vaterlande, wel-ches nie diese oder jene Stadt, sondern der Schoßder Freundschaft, ein in Liebe des Guten undSchönen spmpathisirendes Herz gewesen ist. Wokönntest du besser sevn! Wie liebevoll sorgte dasSchicksal für dich! Noch muß ich mich herumtum-meln, aber auch weine Stunde wird kommen.
Sprich mir recht viel von Sophienholm undallen Wesen im Hause; damit ich dich mir ganzmit allen alentours denke.
Haben die schwedischen Landleute dich nicht ansHasli-Lied, an die Sage des alten Auszugs derOberländer von daher, erinnert? (S. in meinemersten Th. des Cap., wie der Name der Schwei-zer zuerst bekannt wurde.)
Ich bin wie Buridans Esel zwischen der Com-position des Buchs über den Fall der bisherigeneuropäischen Staaten, und der der Fortsetzungmeiner Geschichte, worüber ich diese zehn Tagegar nichts ausgearbeitet, sondern Plutarchs philo-sophische Werke und die preuves zum Oomlnesercerpirt habe. Sprich, was soll ick? welcheszuerst? Tritt wieder in dein Amt; ich hab' im-mer schreiben müssen, was du wolltest. — Adieu.
Wien, r« August 88-
15.
Deine Briefe, liebster Freund, machen mirden altgewohnten Eindruck um so mehr, da ichdich, seit du in Kopenhagen bist, verjüngert finde;sie elektrisiren, sie erheben mich; sie zeigen mir,woran mir fehlt, an dir nämlich, an einer Ge-sellschaft, wie die, weiche nun dein Leben erheb-