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Brief- an Bonstetten.
der That, so lebtest du der Welt. Alles, was siehierüber sagt, ist aus der innigsten Kenntniß meines.Bons. Und sollte es nickt möglich seyn? Ich sehedie übergroßen Schwierigkeiten nicht. Wenigstens,wenn ja eine Stelle nöthig wäre, wollte ich beieinem Archiv oder einer Bibliothek eine Sinécureoder bei einem National-Vildungsinstitut etwasmeinem Plan Analoges. Auch das hat sie wie du:bei dem poetischen Gefühl und Blick, bei dem Feuer,bei dem Schwung, so viel Richtigkeit des Ur-theils über Menschen und Dinge; das kömmt vondem tiefen Durchschauen der sie interessirendenGegenstände.
Ich habe Füßli sehr lange nicht geschrieben;theils weil er (bei den Vorsichten, die ich zu beob-achten habe) zu leicht mich mißverstünde, theils,weil ich auch ihm über Einiges widersprechen müßte,das vielleicht einen mir unbekannten Schlüssel hat.Also lebe ich im Glauben, daß er derselbe ist, undich den an ihm finden werde, der er mir seit sovielen Jahren gewesen; aber was wollten wir indieser Zeit einander compromittiren.
Gewisse Jmmoralitäten betreffend, worunterdein Vermögen leidet, „vergib ihnen, sie wissenwahrhaftig nicht, was sie thun;" es ist das geradeGegentheil dessen, was sie thun sollten; so ist's inden meisten Sachen.
Die Neapolitaner geben sich nicht so zahm hin.Vielmehr zeigt sich lebhaft, was endlich bei allenrevolutionirten Völkern ausbrechen wird, wenn siemit eigener Kraft für sich handeln. — Uebrigensdenken die Fr. auch nur auf den gegenwärtigenGenuß. Egoismus von der unedelsten Art (wo-bei Nachruhm und Unsterblichkeit fast für nichtsentrirt) ist der sublime Hauptzug dieses philoso-phischenZJahrhunderts.