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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

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tief. Auch Denis hat drei Tage vor seinem Tode soein Gedicht vollendet, welchem an Höhe und Feuer,sagt man (zu Händen habe ich es noch nicht), seinefrühesten nachstehen sollen.

Lebet wohl, Allergeliebteste!

Wien, 17 Febr. I8vl.

Auch ich bin gar nicht wohl, meine theuerstenFreunde; weniger wegen äußerlicher Krankheit, alswegen eines Schmerzes über vieles: dieser nagt anmeinem Nervensystem, und oft kömmt mir vor, daßer nicht lange mehr zu nagen haben dürfte. Wassoll ich Euch die Ursachen vorjammern; zum Theilwißt ihr sie, zum Theil mag ich sie dem Papiernicht anvertrauen. Bei meiner — vergebet — krank-haften Empfindlichkeit schmerzt mich nichts mehr, alswenn ich mißverstanden werde, besonders von mei-nen besten Freunden. Es war mir freilich nicht lieb,immer über Unterlassungssünden gescholten zu wer-den; aber darüber mißkannte ich deine gute Meinungnicht, liebster Bon. Den 0. hatte ich nicht gekannt.Er war mir als ein Erzjacobiner geschildert worden,mit welchen ich einmal so wenig, als mit Erzaristo-kraten harmonire; ihre Weise hat etwas für michZurückstoßendes: aus Ihrem Briefe, verehrtesteFreundin, lerne ich ihn anders kennen, und denAugenblick ändere ich die wider ihn durch andere mirgegebene Meinung. Ich gehe, meine liebsten Freunde,gewiß nicht müßig; im Gegentheil fast gar zu nie-manden (freilich nicht, um zu studiren, sondernweil Cabalen und Delationen mich wegschrecken), aberda, wo ihr seyd, hat man keine Idee von denSchwierigkeiten, von hier aus zu sagen und schrei-ben, was allein ich sagen möchte; und lieber schweige