218
Briefe an Bonstetten.
tarchs, kucians, nicht; warum aber über mich denBann sprechen, weil ich es mit jenen Ersterenhalte? Wie ich Sie umarmen möchte für die Nach-richten von Genf, daß es doch einen gewissen Lit-terärruhm noch behaupte. —
Ich bitte Sie recht herzlich, Mallet zu sagen,daß ich sein Werk nicht bekommen habe; nichts,gar nichts, weder von Ihnen, noch Bon, noch Mal-let. Uebrigens hätte Mallet sich viele Mühe er-spart, wenn er sich beschränkt hätte. Planta zuübersetzen, dessen Werk so gut als möglich ist.
Meine Briefe betreffend, so machen Sie dochgütigst, daß Cotta mir ein Eremplar schickt. Auchich finde nun besser, daß ich gar keine Noten ge-macht. Der ganze Inhalt ist Liebe, Liebe zu Bon,Liebe zu den Wissenschaften; honny soit, qui maly pense; übrigens kümmert mich die Deutungwenig; bei den Menschen, deren Urtheil mir et-was ist, kann sie nicht nachthcilig ausfallen. Schle-gel im Athenäum hat sehr vernünftig und wahrdavon gesprochen.
-Ach, wie blickten S i e im Vorbeifahren
nach Genthod hinauf; die Engelwohnung stehtverlassen; sie sind von den Menschen gewichen;die Zeit war nicht mehr ihr werth. Auch die Ulm-bäume der Boissiere werden Tronchins Weisheitnie wieder hören. Das Geschlecht dieser Gutenund Weisen ist ausgegangen. Und konnten Sieden Montblanc ohne eine zärtliche Erinnerung anSaussure betrachten? Mir bricht das Herz in Er-innerung desselben Wohlstandes und Geistes undFriedens meiner Jugendzeit am lemanischen Ufer.Jetzt, leider, sind wir solchen Zeiten entwachsen,und von allen meinen Freunden, die noch sind, istder glücklichste Kinloch, denn, wo er ist, da werdendie aus Asien hinübergekommenen, im Süd, im