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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

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fühle, und woraus ich das eigentliche monumen-tum ajre pcrennius machen möchte; diese Gedan-ken beschäftigen mich Tag und Nacht, und, we-nige Augenblicke physischen Genusses ausgenom-men, lebe ich wie nicht in dieser Welt. Früh,spätestens um 5, bin ich auf. Neben der Com-position studire ich eifrig; denn Facta sind Anlaßund Grund. Ich suche mich über alle localen undtemporellen Eindrücke der verschiedenen großen.Begebenheiten hinauf zu schwingen, um ganzunbefangen zu betrachten, was war und was nunist und wie es ward. Nie, in den edelsten Stun-den, wo Bonner mit mir die Contemplations las,nahm ich den Schwung höher. Noch habe ich vondieser Arbeit nichts zu Papier gebracht, aber ich ver-sichere dich, daß sie mir die Sachen der jetzigenMenschen - und meine Privatangelegenheiten wahr-haft gleichgültig macht. Noch 3 — 4 Jahre Gesund-heit, und ich hoffe, nicht vergeblich gelebt zuhaben. So lange ich in der Laufbahn der Ge-schäfte war, mußt du in meinen Briefen zuwei-len eine gewisse Schwäche bemerkt haben: denn ichhatte mich auf die Zeiterfvrderniß zu beschränkengewöhnt; jetzt sind die Blätter der Annalen derMenschheit mir wieder alle gleich wichtig, und ichbin mit meinen Betrachtungen allein bei dem un-sichtbaren Führer aller Dinge, die im Himmelund auf Erden sind. Er, der die Sieger beiZama,Lcuktra und Murten, und jenen meinen Cäsar(den Ersten) und meinen Trajan und Polpbiusund Tacitus, Wilhelmen und Friederich, denStagiriten und den Venusiner, begeisterte, wirdmir zeigen, welche Stelle jedem anzuweisen ist.Genug und zu viel; aber soll man in consumma-tione sseculorum, wie nun wieder eine vorgeht,keine Récapitulation machen! und wie kann das