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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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«riefe an Bonsketten.

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ohne Wärme g^chehen ? Ich brenne, wenn ich mirdas Werk denke; ich fühle mich jung, wie dawir die hohen Alpen bewunderten; überfließendvon zärtlicher Sorgfalt für alle großen Namen,die ich durch die Nacht der bevorstehenden Zeit hin-über retten möchte. Täglich, wenn ich über dieBastei in die Bibliothek gehe, repetire ich wech-selsweise Lucrez, Virgil, Horaz; das ist so meineNahrung. Einigemal vermeinte ich, in die Ge-schäfte zurücktreten zu wollen; aber ich finde besser,zu bleiben, wie ich bin; mein Reich ist nicht vondieser Welt. Was Stapfer wünscht, wünsche auchich; allerdings könntest du in einigen Unterredungenviel, was sie nicht begreifen, aufklären, viel berichti-gen, und wäre das so nachgerade der allerwichtigsteDienst fürdasverwahrlos'teVaterland; gehe hin undschaue undhöre; du sollst es; es muß seyn; gedenkedeiner Vater, unsers guten Volkes, und deiner selbst.Gelingt es nicht, so wissen wir, daß nichts zuthun ist, und du hast dir keine Vcrsaumniß vor-zuwerfen. Die Briefe, die Ihr habt drucken las-sen, haben den Beifall (den innigsten) aller fürdas Gute und Schöne fühlenden Menschen; hie-mit lobe ich nicht mich, sondern Eure Wahl unddich, der du mich zu denselben begeistert hast.

Nun, Gcliebteste zwei, Friedchen und Bon,empfanget vom fernen Dvnaustrande den brüder-lichen Kuß; möge der Genius unserer Schicksale,der gute, erbarmende, der uns einander findenließ, Ihre Leiden, göttliche Frau, mildern, unseiner unverhofft schönen Entwicklung dieser Zeitaufbewahren, und den Bund unserer Herzen dieFreude unsers Lebens und unsern Stolz bet fernenGeschlechtern seyn lassen!

Wien, den irJunlus isoa.

I. v. Müller.