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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

Ihr doch wohl von so etwas gehört haben, wasman hier Censur nennt. Und dann hättet Ihrmir gesagt, ob ich im gasten Jahre alles ausge-ben und etwa wie weiland Herr Gesellius in derWelt herumziehen, oder ob ich mich bequemensoll, anders zu schreiben, als ich denke. Waswäre mit letzterem gewonnen, als Entehrung?Zu der ersten Rolle war meine Erfahrung von178; — 85 nicht einladend. Aber du schreibst,werdet ihr sagen, weder gegen die Gesetze, nochReligion und Sitten. Wahr. Aber wenn icherzähle, wie im XV Jahrh. Schlachten verlo-ren gingen, und Staaten fielen, durch Fehler,die unter unsern Augen wiederholt worden,wenn ich die Zubereitung der jetzt auflösendenUebel in Sachen zeige, auf die man im Ge-gentheil alles hält, wenn ich das Große und Hohe,den eigentlichen Herrscherfinn, die Würde undMacht und den Gang der ächten politischen Ver-nunft darlege, und ein heuchlerischer Pedanteträgt eine abgerissene Stelle, die so freilich grellseyn mag, zu dem Fürsten, der unmöglich dieBücher zu lesen Zeit hat (und umgeben ist!!),was geschieht dann? Ihr wisset wahrlich nicht,was ihr sagt, am wenigsten wißt Ihr Euch inmeine Lage zu versetzen; sonst bliebe ich mit denunbilligen Vorwürfen verschont.

Ueber die Schweiz hat mir sehr gefallen, wasin dem 5ten Stücke des dießjährigen deutschenMercurs von dir steht: in deinem Briefe vom29 Junius scheint mir Einiges übertrieben. DasGanze war veraltert, und so nicht mehr zu brau-chen, sobald anderswo eine solche Revolution er-folgte. Da kein wahres Leben, mehr Vegetationwar (;oo Friedensjahre und die kleinstädtischenGesetzgebungen hatten den hohen Geist der Alt-vordern