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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

weil er den gesunden Verstand nicht hat? Verdop-peltes Gelächter.

Ich habe Hallers Bibliothek durchblättert. Er-staunlich, wie ein Einiger sie schreiben können, einEiniger am Rande des Grabes, und dessen klein-ster Ruhm hierauf beruhet. Man sieht auch sei-nen allgemeinen Blick, der den Zustand einer Wis-senschaft in allen Jahrhunderten umfaßt.

Wie gefällt dir an Carl xil, was er gethan,als zu Stralsund fast alle Officiere geblieben oderverwundet lagen, daher wenige unaufhörlich Wachehalten mußten? Man rief den Baron Reichol, dernach viele» schlaflosen Nächten auf einer Bank rü-hrte, auf seinen Posten; er stand auf mit Fluchen.Der König hörte es, ging zu ihm: „Lieber Baron,du kannst nicht mehr; ruhe, sammle deine Kräftewieder, ich will die Wache für dich halten." Ergebot es, und ließ keinen Widerspruch zu, wickelteden Baron in seinen Mantel und hielt Wacht.

4 .

Boisflere, iSJan- I7so-

Dein Buch hat mir eine unbeschreibliche Freudeverursacht; wie wenig mein Glück dir kostet! DeinSanen ist voll merkwürdiger Betrachtungen undUmstände; ich will es übersetzen, sobald meine Re-vision alle ist. Nun diese ist so streng, daß viel-leicht nicht sechs Linien meines Buchs in ihrem ur-sprünglichen Zustand kommen, so viel wird abge-schnitten, simplificirt und gemäßiget, besonders ver-schwindet alles Oratorifche, weil nichts dem Cre-dit eines Geschichtschreibers nachtheiliger ist. Ersollte in Wahrheit unbewegt von den Stürmen derLiebe und des Hasses lauter fortfließen, daher sowenigen hierin gelingt, weil ein Mensch ohne Seele

nichts.