Briefe an Bonstetten.
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nichts, die Seele der Meisten aber nur in Ertra-vaganzen ihrer Empfindungen sichtbar ist. Ich hoffeeinst keine Reflerionen beizufügen zu haben; erzählenur umständlich, und lasse den Leser zuschauen, sobraucht er keinen Fingerzeig.
Ueberhauptscheint mir diese Stadt zu dem Verlustihrer Unabhängigkeit reis; niemand fällt mir bei, abergewiß ist einerseits eine solche Regierung keine Regie-rung, und anderseits würde jede Regierung dieserStadt sich durch harte Mittel erhalten müssen, und werweiß, welche durch die härteren? Dieses unter uns.Ueberhaupt werden mir die heutigen Republikentäglich verächtlicher; sie haben in ihnen selbst wederTugend noch Stärke. Wie kann ohne beides Un-abhängigkeit sepn? Hier ist über dieses eine gewisse»«lKsKne-s in allem herrschender, als irgendwo, cSist aber selbige der Tod des public spirit. Vondiesen Sachen weiß ich nur zu viel. Doch je un-französischer man in Sitten und Manieren ist, umso geschickter, die hiesige Regierung zu erhalten. Deroberste Syndic ist ein Advocat, der andere ein Ju-wclenhändler, der dritte ein Arzt, der vierte eingewesener Geistlicher.
Ich erstaune, wie der Parteigeist auch die Einsichts-vollen verblenden kann; denn wirklich vergessen vieleüber den hiesigen Händeln alle Begriffe von denGrundfesten eines Staats. Beweis, daß der Ge-schichtschreiber zuschauen und nicht eintreten soll.
In meinem Collegium ist mir M** Th** ganzunerträglich; er übersiedet von Phrasen, und ausfeiner Miene sieht man die äußerste Begierde,nichts zu hören, das er nicht rühmen könne, ge-wußt zu haben. Auch frug er mich, warum ichbeim 4ten Jahrhundert Belisarii nicht gedacht?„Weil er im sechsten gelebt;" warum un-ter den britti'schen Gelehrten im xiil. Jahrhundert
3. ». Mâllerê sämmtl. Werk«, XXXVI. i?