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Brief« an Bonstetten.
Donaustadt. Im Krieg 175g sollen bei 1000 preuß.Kriegsgefangene diesen Ort belebt haben; sonst weißich nur, daß er bei Oesterreich in Ungnade gefallenist, weil gegen einen Bürgermeister, den der Kai-ser gesetzt, verschiedenes mit großem Nachdruck ein-gewendet worden; auch liegen die 6 Anfübrer derRepräsentanten gefangen; dergleichen hat sich auchin andern österreichischen Landstädten ereignet. Hierund sonst, wo etwa ein Oberamt rc. ist, sind vorden Thoren Alleen. Die Thürme und alles ist un-gefähr wie im Thurgau. Diese Reisen machte mitmir eine schwangere Frau (auf dem Postwagen ei-nes Fürstenberger Herrn), ein Pfaff mit fettemBauch und Gehirn, ein Pariser Abbè u. a. Fran-zosen, welche sich weit übler gehaben, als die schwan-gere Frau, ja (Wirkung weichlichen Lebens) einerwurde davon krank. Unter andern Orten schien mirT i s ch i n gen sonderbar; nicht nur wegen der Wall-fahrt auf den Drcifaltigkeitsberg (der Tempel istwie bei den Alten von hohen Bäumen ehrwürdigbeschattet), foisoern wegen der unverhältnißmaßigenMenge herrschaftlicher (meist leerer) Gebäude, mitwelchen der Herr des Orts, Graf von Castel, den-selben, ich weiß nicht, ob bereichert, wenigstens ge-ziert hat, und da ist bis an die Mark seines Lan-des eine Allee. Anhalt-Dessau bat in der ThatWörlitz, sein Versailles, nur durch inländische Ar-beiter aufgeführt. Uebrigens muß Deutschland noth-wendig bald voll verfallender Residenzen seyn. Baldnimmt die Landschaft Ulm den Anfang; Ulm ander Donau, Blaue und Zller, eine beträchtlicheStadt, welche auch eines der schönsten gothischenMünster hat, liegt eben; die Hügel stellen demAuge schöne Güter und Höfe dar; ihre vielen Dör-fer hat Ulm erkauft, als die Grafen von Helfen-stein und andere benachbarte Herren durch Auf-