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Briefe an Bonstetten.
Gegen Bayern war zu Wien wenig Schirm, undwer kann wider Oesterreich ? Wie wenn unruhige i
Bischöfe (dieser ist's nicht) Augsburg trennen und ' ialsdann anklagen? Also, Freund, ist auch der Blick '
von dieser Stadt nach meinem Helden hin gerich- i
tet, und je weiter ich in Deutschland vorrücke, desto ;
lebhafter erscheint selbst in den Gemüthern des ;
Pöbels die Bewunderung des großen Friedrichs. iErstaune nicht, wenn seines Nebenbuhlers viel- !
gerühmte Güte nicht wie vorhin gepriesen wird. \
Als er B. verschlingen wollte, war, ehe Fr. sich ?
erklärt, ein unaufhörlicher Zug von Artillerie in j
dieses Land, welches er der Welt glauben machen !
wollte, durch Tractat überkommen zu haben; als - laber der Krieg anhob, war die Abrüstung anders <
als je wider den großen Ludwig, als gegen Sulej- 1
man, alr je in keiner alten Gefahr; nun waren j
alle Menschen jedes Kreises mit ihrem Gut schon <
registrirt, und ergingen sofort die Befehle, wie z
viele und welche Summen zu liefern wären; als z
nun das Heer in wenigen Wochen hiedurch um fast t
100,000 Mann verstärkt wurde, ist unbeschreiblich, j
wie ganz Oesterreich sich entsetzt; es wurde aber von ;
jedem Kreis nicht die bestimmte, sondern, um aus- l
zuwählen, die dreifache Zahl Volks begehrt; da >
stoß ganz Oesterreich aus allen Flecken und Dörfern !
nach Wien, die jammernden Eltern, im Zweifel i
welcher, ob einer, ob nicht gar alle ihre Söhne von ,
der unglücklichen Wahl getroffen werden würden; i
sie alle kamen, jede Mutter mit einem Säckchenvoll Brod auf ihrer Achsel, die Auswahl aber ging I
vor; ich kann dir die Scene nicht besser schildern, j
als mit den Worten des Augenzeugen: „es war j
ein solches Heulen und Wehklagen, daß ich glaubte, !
das Ende der Welt wäre eingebrochen." Da war l
auch kein reisender gemeiner Mann, Handwerker, :