Briefe an Bonstetten.
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Nieren an vielen Orten widersteht, wie lärmendunter sich, wie frech gegen Lehrer, wie verwirrtund schüchtern in der großen Welt er die Studen-ten macht, und gleichwohl herrscht er noch so stark,daß vor wenigen Jahren ein Aufruhr zu Leipzigden Anmarsch regelmäßiger Truppen nöthig machte,und seither diese Universität von 2000 Studentenauf obige Zahl herunter gekommen ist. Du Erlan-gen sah ich auch Hrn. Hofrath Mensel, der michmit vormaliger Freundschaftlichkeit empfing; erarbeitet mit Geschick und Fleiß an einem Journalhistorischer Bücher.
Fürth, links meiner Straße, sah ich nicht; dieDvmpropstei Bamberg bezieht die Einkünfte, dieaber bestimmt und für das Volk nicht drückendsind; ferner hat Ansbach die Schirmvogtei, daßalso Bamberg nicht neuern darf; die Stadt Nürn-berg hat eine dritte Ärt Rechte; die Bürgermei-ster der Gemeinde sind auch nicht ohne Gewalt;aber die Aeltesten der Juden, deren bei 7000 hierwohnen sollen, sind von der Gemeinde unabhängig.Diese letztere Nation, überall so thätig, auch inDeutschland so reich, ja mit vortrefflichen Män-nern geziert, scheint glücklicher zu werden, seitgroße Fürsten die pöbelhaften Vorurtheile bezwin-gen. Zu Frankfurt müssen sie in unbegreiflichgroßer Zahl in den hohen Häusern einer einigenunglaublich stinkenden Gasse zusammengedrängtwohnen; Männer von 600,000 und mehr Gulden,die schönsten, ja wohlgezogene Mädchen dürfennicht auf den breiten Steinen an den Häusern,sondern müssen in der Karrenftraße gehen. InAugsburg darf kein Jude schlafen. Es ist vorge-schlagen worden, ihnen den Reichsfchirm zu ver-leiben, sie sollen dafür das Kammergericht unter-halten. Was heißt aber der Reichsschirm? und