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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

mehr und mehr verliert sich die Wichtigkeit desKammergerichts. Aus Preußen sind vor Fried-richs Philosophie die schnöden Begriffe von diesemältesten Adel unter den Nationen und an berühm-ten Männern reichen Volk ganz verschwunden.

Vom Bambcrgischcn weiß ich dir nur zu sa-gen, daß Sulzer die Wahrheit geschrieben hat.An einem Ort in diesem Lande (Tettelbach, woich nicht irre) lebte ein dem Priester verhaßterMann; diesen wollte jener zu täglicher Bcsuchungdes Gottesdienstes nöthigen, und der Mannwandte vergeblich vor: Arbeit sey auch Gottes-dienst; der Schwärmer brachte zuwege, daß derarme Mann wegen solcher Freigeistereien durchBewaffnete abgeholt wurde; bei diesem fürch-terlichen Anblick entfloh er auf seinen Heustockund brach die Treppe hinweg; die Rotte feuertehinauf; der Heustock faßte Feuer, ganz Lettelbachverbrannte, von dem Mann weiß man, daß erfortgeschleppt und erbärmlich mißhandelt worden;niemand weiß, wo er ist; dieses hat sich mozugetragen.

Wenn man Coburg näher kommt, an dieGränzen des Thüringer Waldes und der Henne-bergischen metallschwangern Berge, nähert sichdie Gestalt der Cultur, der in cuern Ebenen hoch-grüne Wiesen, Feldbau und Waldung am Rücke»der Hügel malerisch vermischt, die Festung Coburg(Greyerz ähnlich) fern aus einem hervorragendenBerge; auf den Dörfern ist schon alles reinlicher; jenäher demselben Berglande, desto mehr Spurenvon Fleiß, desto bedeutendere, ausgebildetere Ge-sichter; fast, mein Freund, scheint mir die Pöbel-sprache im Walde mit jener, die wir um Gsteigund Hasli zu begreifen Mühe hatten, wenigstensim Accent übereinzukommen.