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Briefe an Bonstetten.
seiner Kleidung simpel; allein der obige Lauf derSachen, die Pflicht, viele Verwandte und Kinderzu pensioniren, aber zumal der Aufwand, mitwelchem er im vorigen Kriege sein Land undVolk vor Verheerung rettete, haben ihn in großeSchulden gebracht. Man hofft doch für ihn; seinPrinz scheint würdig, ein glücklicherer Herzog zu ,werden, und schon ist erzugängig für jeden vom Volk,und ein Fürsprech (der Vater ein Rächer) der Be-drückten. Glücklich ist für deutsche Fürsten, daß keinerwegen Schulden vertrieben wird; man zieht seinEinkommen zu Handen seiner Gläubiger, undpensionirt ihn; Oesterreich hätte das OettingischeLand längst an sich gezogen; Oettingen ist miteiner Million belastet; aber für den ist auch gut,daß er an Ansbach gränzt, und Ansbach fällt anPreußen. Das Schloß in der Stadt Coburg ist1543 und 1693 gebaut, und ohne Stolz; derMarstall ist für 44 Pferde; die Soldateska istmöglichst reducirt, und kaum 25 sind auf der Fe-stung , der Fürst weiß wohl, daß er keine Festunghieran hat. Nun war der Hof auf dem Jagd-schlösse zu Rothach in einer kornreichen Ebene.Die Städte dieser Lande haben meist einen sehrgroßen Platz; den zieren das Schloß oder das Re-gierungshaus und Rathhaus, bisweilen die Kirche.Dieser Platz ist der Mittelpunkt der Gassen. VonCoburg aus durch den Wald, welcher voll schwei-zerischer Aussichten ist; hier fangen diejenigenTeiche an, dergleichen die Sachsen viele, theilsals Eisbehälter, theils oder zugleich zur Wässe-rung der Wiesen haben; es werden aber die letz-tern theils von Natur überschwemmt, theils wiebei uns gewässert. Im Uebrigen erkennt man anvielen Orten, wie beim Sattelpaß (im Fürstcn-thum Meimugen) im Thüringer Walde, die al-