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Briefe an Bonstetten.
Reihe am Markte, da St. Salvators neuer Thurm,da alle Gaffen im Feuer standen, und alles Feuerspie, um 6 Uhr Abends, drängte sich das ganzeVolk aus allen Thoren, und ging der lange er-bärmliche Zug, da die meisten ihr ganzes übrigesVermögen auf dem Rücken wegtrugen, hinaus aufdie Schloßwiese, die von Gera sich an den wildenWaldbach erstreckt, auf dessen Vorfprung das alteScbloß der Grafen Reuß, Herren dieser Otte,in starken Mauern steht. Wie aber unter Anhö-ren des Donners der fallenden Mauern, im Dun-kel deS aufwallenden Rauchs, beim Anblick, Ge-hör und Gefühl der sausenden, siedenden Gluthund noch kraspelnden, eingeschlossenen Flammen,bei 6,<>00 unglückliche Eltern, Kinder, Brüder,Schwestern, Säuglinge, Kranke, Greise, dieselkeNacht auf der Schloßwiese zugebracht, wie ihrSchlaf, wie ihr Wiedcraufwachen gewesen, diesesbeschreibe der, dem das Gefühl die Worte nichtbricht. Nun steht Gera ganz schwarz da, alleStunden donnert ein Haus auf den Schutthaufenherunter, und finden die, so ihn durchwühlen,Gerippe von Menschen und Vieh. Als ich dawar, lag der Rauch noch über den Trümmern;der älteste Bürger, auch älteste Zeugmacher nahmAlmosen von mir; überall ausgeweinte Augen;jeder in dem Kleid, worin ihn se:n Unfall betrof-fen, aber hier und da Locher eingebrannt; vieleverschiedentlich verletzt oder gebrandmalt; stau-nender Schrecken auf allen Gesichtern. Diej 72Dörfer des Grafen Reuß haben ihren Mittelpunktverloren; hier fanden sie alles, und Geld s»ralles.
(Der Beschluß fehlt.)
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