Briefe an Bonstetten.
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Potsdam, den 23 October 1 7 80.
Mich so arbeitsam, so lebhaft, in dieser Stadt,eine Viertelstunde von meines Helden Residenz,acht Tage lang ohne Bücher, ohne Tinte, in ei-»ec fremden Stadt auf meinem Zimmer einge-schlossen, bei Suppen, Zugemüse und Wasser, wieman mir die Ader schlägt, spanische Fliegen auf-legt, wie ich Augcnwasser bouteillenweise vcr-salbe, und allerlei Purgirmittel verschlinge....mich male dir so, nicht Chodowiezki, sonderndeine Einbildungskraft. Ein Fluß, Wirkung desunerhörten Staubes in dürren Sandebenen, oderder Erkältung bei der nächtlichen Fahrt auf offnemWagen, ein Fluß, welche Quelle er haben mag,hatte sich auf meine Augen geworfen, und michbeunruhigt, wie du denken kannst; auch soll sichauf der Eornea ein Fleckchen haben blicken lassen;von allem hat mir sorgfältig der geschickte HerrSalvmo, Regiments-Fcldscheerer der Leibgarde,geholfen; heller als je ssnd nun die Augen, undkeine Spur der Krankheit ist vorhanden, als ei-nige Steifigkeit in den Wimpern; diese zu ver-treiben bleibe ich lieber noch zwei Tage in diesemGefängniß.
Halberstadt hatten die ältesten Kaiser derDeutschen zum Hochstift gemacht, welchem aberMagdeburg, ein jüngeres Werk, durch Schutz derLttonen über den Kopf gewachsen; viele Freiher-ren wurden durch die Religion und andere Waffenbezwungen; als aber jene Schrecknisse verschwun-den, gäben die Mäckte, beim westphälischen Frie-densschluß, die bischöfliche Gewalt unter dem Ti-tel fürstlicher Macht Friedrich Wilhelmen, , demgroßen Kurfürsten; die Freiheiten und Rechte