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Briefe an Bonstetten.
zerstreuter Bücher und geschriebener Gedichte desGrenadiers und vieler seiner Freunde) ist Mül-lers und Bonstettens Stube, wo auch die Kar-schin (Berlins Corilla) und viele Priester der deut-schen Musen gewohnt haben. Du sollst wissen,daß der alte Dichter in dich sterblich verliebt ist,nicht nur wie ich dich schilderte, besonders wiedu bist in deinen Briefen über Italien, wie dnwärest im Brief wider meine Heirath, wie inden Strafbriefen gegen die Zögerung meiner Ge-schichtsschreibung, entzückt war Gleim, er liebtdich wie mich; Projecte, beisammen zu leben,wandelten durch beide Köpfe; wir sollen auf Hal-berstadt, hier hat Gleim ein kleines Haus so ebenvollendet und leer; hier hat er auch einen ländlichschönen Garten an der Holzemme mit einem klei-nen Haus, das unser wartet; oder weil dieseszwar für uns vortrefflich, Gesellschaft aber deinerFrau lieber wäre, so soll ich zu Berlin bleiben,im literarischen oder im politischen oder in kei-nem Fach, omm modo eben da bleiben; dahinauch du. Mehr als du in deinem Brief bestimmt,kann es dir nicht kosten; wenn wir dieses thun,gibt Gleim sein Secrétariat auf, und wir alledrei wohnen zu Berlin; dann, sprach er, weißich gewiß, daß ich alt werden würde. Wer Geistund Kenntnisse, wer (welches hier noch seltener)Arbeitsamkeit besitzt, von deinem Adel und Ver-mögen ist, und es vergißt, kömmt leicht nachVerdienst in Bedienungen; die Logements sind soschwer nicht zu bekommen, und wenn wir beiBennelle uns vielleicht nicht logiren könnenoder nicht wollen, sind wir Perdriau's desto ge-wisser ;° vor allen Dingen komm und siehe. Nichtsvon meiner Furcht oder Hoffnung, bis ich bestimm-ter weiß, was am begründetsten ist, hiezu ist un-