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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

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gewiß auch nach thun wird. Er besitzt einen scharf-sinnigen Geist, ungemeine Lebhaftigkeit, besondernEifer für alle Kenntnisse, und so liebenswürdigeManieren, daß die Ercellenza mich kaum vermagabzuhalten, ihn zu umarmen; beurtheile aus die-sem, ob ich gerne bei ihm sey. Da er auch Cri-minalministcr ist, erinnere ich mich bei seinemAnlaß, daß die Verbrechen sich seit 10 Jahren inallen preußischen Staaten um die Hälfte vermin-dert haben. Bitaubè, ein sehr guter und lie-benswürdiger Mann, der auch mehr Geschmack,als die meisten andern hat. Sonst ist hier beieinigen eine beträchtliche Masse philosophischerKenntnisse, von Gelehrtheit in meinem Fache aberweniger anzutreffen; den meisten fehlt Geschmack.Daß dieses Land nicht für die Historie ist, begreifeich aus der Natur der Verfassung. Da der Königallein herrscht, weiß niemand was, als er, weralso kann davon schreiben? Da er entschlossenherrscht, fürchten viele alles, und weit mehr, alssie fürchten sollten, dieß hält den Geist darnieder;erstaunlich ist, daß hier so vieles geschieht, da dochdem König niemand gleich, ja nicht einmal nahekömmt, und er schlecht geholfen wird. In Rück-sicht auf Gelehrsamkeit sehe ich der Barbarei ent-gegen; aus Berlin verscheuchen die Waffen diekaum gebornen Musen; Paris erschlappt alles, undLondon wird parisisch.

Jene Mahlzeit bei Zedliz war so vergnügt, wieich sie mir vorstellte; auf morgen bin ich wiedergebeten, ich liebe ihn und würde lieber wenigervon seiner Hand, als von andern mehr annehmen.Hier behalten möchte er mich, vergessen wird ermich nicht, ich kann auf ihn sicherer, als auf denH-g zählen. Ob er aber, was er will, auch kann,bestimmen Zufälle, denn freilich für mich, dem