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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

nicht mit dem ersten besten gedient ist, sind wenigeStellen, und alle sind besetzt. Vacant werden sieeinst zwar werden, auch ist, wenn Ende Decem-bers der König hierher kömmt, vielleicht noch sonstRath zu finden. Ich habe also nichts zu thun,als denen, die mir dienen können, mich so einzu-prägen, daß wenn ich heimkehre/ sie sich meinererinnern, des Königs Ankunft muß ich abwarten«Deine Warnung, die Pforten der Schweiz mirnickt zu verschließen, ehe ich andere mir geöffnet,ist in mein Herz gegraben. Viele Kenntnisse, Sprach-beobachtungen, Menschenerfahrung und schätzbareBekanntschaften sind die gewisse Frucht meinesAufenthalts, er wird, wie lang oder kurz er seynmag, auf mein ganzes Leben wirken. —

19.

Berlin, den TT /«i 80.

Ich fühle täglich mehr den Vortheil großerStädte, allerlei Künste und viele Nationen zu ver-binden. Ich gewinne die Musik lieb durch Rei-chards Freundschaft, lerne von Meil die Vollkom-menheiten eines Kupferstichs, spreche oft mit Rosen-stiel von den Geheimnissen, die die Mineralogenden Eingeweiden der Erde entreißen, und höregerne Langhans von Palladii Palästen; oft lebeich am gleichen Tage mit Brandenburgern, Russen,Schweizern, Franzosen und Engländern, deren je-der von seiner Nation wenigstens einige eigen-thümliche Züge hat. Die Gesellschaft ist hier nichtso leicht, wie in Frankreich, die Menschen sindkälter, die Mahlzeiten zu kostbar, der Adel zudeutsch, und alle Classen zu getrennt, aber es hangtvon dem Willen eines jeden ab, diese Hindernissenach und nach zu übersteigen, ich habe schon mehr