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Johannes von Müller Briefe.
weil Herr Professor Schlvzer sie Ihnen zuschickenwollte *). Seit dieser Zeit habe ich verschiedeneVersuchungen gehabt, an andern Journalen zuar-beiten, und die Absicht meines Briefes ist, daßSie, m. H., mir die Frage beantworten möchten:ob ich fcrners mit Ihrer Bibliothek Verbindunghaben soll oder nicht? Glauben Sie mir auf mein-Wort, daß nicht Recensentensucht, denn die hatteich sonst wohl befriedigen können, mir diese Fragein den Mund gelegt hat. Nur wollt' ich, ohneIhr Wissen, mein Wort nicht brechen.
Wenn ich fortfahren soll, so werden Sie es mirnicht verdenken, wenn ich die Wissenschaften nenne,in denen ich am liebsten rccensiren möchte: i)Schriften, die die Helvetische Geschichte, Litera-tur, Politik, Theologie betreffe». Nehmen Siemir nicht übel: Ihre Bibliothek hat in der Schweizwenig Credit in diesem Stück; denn die meistenRecensionen helvetischer Schriften sind, beim Wil-helm Tell! ganz elend und fade. Ein deutscherRecensent sieht unsere Sachen selten aus ihremwahren Gesichtspunkt an. Ich habe mich als Vür-gex, Freund der Wissenschaften und Geschichtfor-scher auf dieses Fach gelegt, und 1775 oder 76 sol-len sie in einem Theil der allgemeinen WelthistorieAnnalen der helvetischen Nation, ihrer Denkens-art, Sitten und Cultur, oder vielmehr Prolego-mcna zu dergleichen Annalen, die ich in meinemganzen Leben werde auszufüllen trachten, zu ta-deln und zu kunstrichtern bekommen. (Vor er-kauftem Recensentenlob behüte mich der liebeGott!) Ich sehe die Wolke über dem Geist einer
*) Sie ist abgedruckt im XVII Band der Allg. deut-schen Bibliothek.