Johannes von Müller Briefe. 149
„wen ihr wollt — mir verschlägt das nichts —„den Zeus, den Osiris oder den Bacchus an; ich„liebe mit gleicher Wärme eure großen Seelen.„Noch mehr, ich möchte die Thaten meiner Vater„verewigen. Helfet mir mit den geheimen Nach-dickten auf, die ihr in euren Larariis von den-selben aufbewahret. Lasset uns Freunde bleiben,„so lange wir die Sonne sehen."
Ick weiß nicht, wie die edlen Griechen mir ant-worrcn würden. Aber was Sie auf diese Bitte ant-worten würden, das läßt Ihr großer Charakter mickvermuthen; das werden Sie mir doch mit helveti-sckcr Freimüthigkeit sagen? Meine Philosophenund meine Erfahrung haben mich gelehrt, daß zwi-schen edlen Seelen und denen, die es werden wol-len, eine Art unerklärlicher Sympathie herrsche.Derselben hab' ich vielleicht meine meisten deutschenund helvetischen Freunde zu danken.
Beiliegendes Buch *) soll nicht eine Probe seynmeiner Art, Geschichte zu schreiben. Nur eineBeleuchtung des Anfangs der Reichshistorie undvaterländischen Geschichte, nur ein Vorschlag solles seyn, wie unzählige kritische Schwierigkeiteneinmal für allemal abgeschnitten und die ganzealte Geschichte erschöpft werden könnte. Je freierihr Urtheil darüber seyn wird, desto schätzbarerwird es mir seyn.
Ich schreibe ein anderes Buch, das Ihnen in-teressiknter vorkommen muß — Annalen der Men-schen und Sitten Hclveticns, zur englischen Welt-historie. Die Kriegsgeschichte aller Völker ist meistausführlich genug beschrieben. Ueber die origi-ne semina^ue rerum , über die Gründe unserer
*j Helium Cimbricum.